Es wird Sommer und alle sind höchst verwirrt. Vor den Drogeriemarktregalen mit Sonnencreme bilden sich Menschentrauben. Diese Woche meldet die WetterApp 27 Grad, höchste Zeit sich um Sonnenschutz zu kümmern. Aber was soll man denn jetzt eigentlich benutzen? Nur mineralische UV-Filter oder Sonnenschutz mit möglichst hohem LSF (Lichtschutzfaktor)? Sind Nanoprtikel jetzt schlecht für die Haut und was ist mit Parfüm? Ist es vielleicht am besten, wenn ich meinen Sonnenschutz selber machen oder reicht vielleicht sogar nur ein bestimmtes pflanzliches Fett? Hier kommt die Auflösung (leider keine schnelle…):

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Was sind UV Strahlen

Ultraviolette Strahlung ist Teil des Sonnenlichts und kann als elektromagnetische Schwingung gemessen werden. Die UV-A Strahlung liegt bei einer Wellenlänge zwischen 380–315 nm, die UV-B Strahlung zwischen 315–280 nm*. Das sichtbare Licht mit seinen Spektralfarben beginnt bei einer Wellenlänge ab ca. 400 nm.

Was passiert bei Sonnenbestrahlung

Zunächst stellt die Pigmentierung der Haut, also das „Bräunen“, einen eigenen Hautschutzmechanismus dar. Durch Sonneneinstrahlung produziert die Haut verstärkt Pigmente. Dadurch werden die Zellkerne welche die Geninformationen beinhalten, vor UV Strahlung geschützt. Die Haut wird außerdem dicker, bildet die sogenannte Lichtschwiele. Ist die ultraviolette Strahlung zu stark beziehungsweise hält diese zu lange an, können vielfältige irreparable Schäden auftreten:

  • das Sonnenbrandrisiko steigt und damit das Hautkrebsrisiko (besonders bei Sonnenbränden im Kindesalter)
  • die obere Hautschicht wird dünner (auf die Dauer, zunächst wird diese durch Bildung der „Lichtschwiele“ dicker)
  • UV Licht begünstigt die Entstehung von Pigmentanomalien (den sogenannten Altersflecken, die auch großflächig im Gesicht auftreten können)
  • Veränderung der Bindegewebsfasern und damit Elastizitätsverlust und Faltenbildung
  • Verlust der Wasserbindungsfähigkeit und damit Austrocknung

Durch UV Strahlung wird die Entstehung von freien Radikalen begünstigt. Diese schädigen die Zellen vermutlich im allgemeinen. Es wird wohl aber insbesondere die Information auf dem Zellkern dadurch verändert. Deshalb spielen die freien Radikale bei der Hautalterung und auch bei der Entstehung von Hautkrebs wahrscheinlich eine Rolle.

UV-A Strahlen bewirken eine direkte Bräunung, die man schon nach kurzer Zeit sieht, die aber auch nur wenige Stunden anhält. Die Pigmente in der Haut werden sozusagen umverteilt. UV-A Strahlen haben ein niedrigeres Sonnenbrandrisiko. Sie dringen jedoch tiefer in die Haut ein. Daher besteht leider auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Vor einigen Jahren glaubte man noch, dass UV-A Strahlung ungefährlich wäre. Heute weiß man es besser, weshalb Sonnenschutz immer gegen beide Strahlungsarten (Wellenlängen) schützen muss.

UV-B Strahlen wirken in der Oberhaut. Sie sorgen dafür, dass die Melanozyten – das sind die zuständigen Pigment bildenden Zellen – mehr Melanin, also Pigment bilden. Die Oberhaut verdickt sich und bildet die sogenannte Lichtschwiele. UV-B Strahlen sind in erster Linie für Sonnenbrand verantwortlich. Jedoch erhöhen auch sie das Risiko für bestimmte Hautkrebsarten.

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Die positiven Wirkungsweisen der Sonne

Dennoch soll an dieser Stelle auch gesagt sein, dass die Sonne durchaus auch positive Einflüsse auf den Organismus hat. Zum einen können wir durch UV-B Einstrahlung selbst das lebenswichtige Vitamin D herstellen. Das geht sogar besser, als durch Nahrungsergänzung. Dazu gerne auch noch einmal diesen Artikel lesen. Sonnenlicht wirkt Stimmungs aufhellend und wird sogar bei Patienten mit Depressionen zur ergänzenden Therapie eingesetzt. Der Grund ist die stimulierende Wirkung auf das Hormonsystem. Und übrigens auch auf den Stoffwechwechsel.

Auf die Haut hat die Sonnenbestrahlung eine entzündungshemmende Wirkung. Mir selbst hilft Sonnenbestrahlung gegen meinen ewigen Kampf gegen meine periorale Dermatitis. Aber auch in anderen Fällen kann Sonnenbestrahlung die Heilung von Hauterkrankungen fördern.

Um es noch einmal ganz unmissverständlich auszudrücken: In den Genuss der positiven Wirkungsweisen der Sonne kann man nur kommen, wenn man die UV-Strahlung mäßig und in verhältnismäßig kleinen Dosen nutzt. Irreversible Hautschäden durch zu viel Sonnenstrahlung zu riskieren ist absolut fahrlässig und eigentlich auch sau blöd.

 

Wann brauche ich Sonnenschutz

Nicht jeder sollte sich zu jeder Zeit Sonnencreme drauf hauen. Auch wenn das manche „Experten“ behaupten! Jederzeit und auch im Winter bei -10 Grad und einer dicken Wolkendecke? Bin ich gar kein Fan von, denn eins vorweg: Einigermaßen gesunder Sonnenschutz (Sonnenschutz ist also nicht in jedem Fall gesund) ist extrem ungemütlich. Mehr dazu später. Meine Grundregel: Bei UV Index 3 beginne ich überhaupt erst mal, über Sonnenschutz nachzudenken! Was das ist? „Der UV-Index (UVI) ist ein international normiertes Maß für die sonnenbrandwirksame solare Bestrahlungsstärke (Ultraviolettstrahlung)“ sagt Wikipedia. Der UV-Index gibt uns also an, wie sonnenbrandgefährlich die Sonne derzeit ist. Den könnt ihr in jeder besseren WetterApp nachlesen. Wichtig ist, hier gibt es keine Vorschau. Das heißt, es wird immer der aktuelle UV-Index gemeldet. Der Index ist zudem abhängig von der geographischen Lage, der Höhenlage, den Wetterbedingungen, der Jahres- und Tageszeit. Mittags ist der UV Index natürlich um einiges höher als morgens oder abends, weshalb man den Sonnenschutz entsprechend anpassen muss. Wie alle wissen, geht man am besten ganz aus der Sonne, wenn der UV Index besonders hoch ist – ich würde mal sagen ab 7. Also im Sommer bei klarem Himmel zur Mittagszeit – raus aus der Sonne!

Wer braucht Sonnenschutz

Wie hoch unser Sonnenschutz sein muss, also welchen Lichtschutzfaktor wir auftragen müssen hängt von unserem Hauttyp ab und vom UV-Index. Je heller die Haut, desto mehr müssen wir uns vor der Sonne schützen, da der Eigenschutz der Haut entsprechend gering ist. Eigenschutzzeit beschreibt die Dauer in der eine nicht vorgebräunte Person in der somerlichen Mittagssonne bleiben kann ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Zur Bestimmung der Eigenschutzzeit werden 4 bis 6 sogenannte  Phototypen herangezogen. Diese sollen den Pigmentierungstyp beschreiben wie beispielsweise „keltischer“ Typ, mit einer sehr hellen Haut.

Hat man beispielsweise eine Eigenschutzzeit von 15min, so könnte man mit einem Lichtschutzfaktor von 6  6 x 15 min in der Sonne bleiben. Das wären 1,5 Stunden. Vorausgesetzt man cremt sich sehr gut ein, schwitzt nicht oder trocknet sich nicht mit dem Handtuch ab. Deshalb empfehlen Dermatologen auch, nur 60% der verlängerten Eigenschutzzeit auszunutzen.

Mehr Informationen zu den Pigmenttypen gibt es in diesem Artikel.


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Welche Arten von Sonnenschutz gibt es

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Arten von UV-Filtern:

  1. UV-Absorber =  chemische UV-Filter (auch organische Filter genannt, allerdings bezieht sich das nicht unbedingt auf „natürlich“ sondern auf Kohlenwasserstoffverbindungen)
  2. UV-Reflektoren = physikalische UV-Filter (auch mineralische UV-Filter genannt)

Die chemischen UV-Filter absorbieren die UV-Strahlung und wandeln sie in andere Energieformen um. Es handelt sich um chemische UV-Filter wenn man beispielsweise folgende Inhaltsstoffe auf der Verpackung findet:

  • Octyl Methoxycinnamate
  • Buthyl Methoxydibenzoylmethane
  • 4-Methylbenzylidene Camphor
  • Benzoephenone-3
  • Isoamyl p-Methoxycinnamate
  • Phenylbenzimidazole Sulfonic Acid
  • Octocrylene

Physikalische UV-Filter reflektieren die UV-Strahlen hingegen wie ein Spiegel. Verwendung finden

  • Titanoxid
  • Zinkoxid

Beide werden in der Kosmetikindustrie auch als Pigment verwendet, wobei Titanoxid eine höhere Deckkraft aufweist als Zinkoxid. Beide gelten äußerlich aufgetragen als ungefährlich. In Sonnencremes werden beide meist in Form von Nanopartikeln (Partikelgrößen <100nm)  eingesetzt. So „weißeln“ sie weniger und reflektieren das UV Licht noch stärker. Als Nanopartikel kann Titianoxid UV-Strahlen sogar absorbieren.

Eine Liste aller 16 in der EU zugelassenen UV-Filter findet man hier.

Nebenwirkungen von chemischen und physikalischen UV-Filtern

Die chemischen Filter (meist Derivate aus organischen Stoffen wie Campher, Salicyl oder Zimtsäure) sind allerdings nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Sie stehen in Verdacht, als sogenannte endokrine Disruptoren hormonell wirksam zu sein. Es ist natürlich so ein bisschen die Frage, welcher Studie man glauben mag. Ich würde einmal behaupten, diese Tatsache ist inzwischen ausreichend bewiesen. Darüber hinaus werden Studien am laufenden Band veröffentlicht. Den UV-Absorbern wird unterstellt, toxisch zu wirken, Allergien auszulösen, Licht sensibel zu sein, also unter UV-Einfluss zu zerfallen, die Endprodukte stehen im Verdacht Krebs auszulösen, oder die DNA zu verändern.

Immer wieder las ich bei der Recherche zu diesem Artikel, dass die Wirkungen von Sonnenschutz Inhaltsstoffen noch nicht abschließend geklärt sind, es keine Langzeitstudien gibt, oder die Europäische Chemikalien Agentur (EACH) Stoffe unter Vorbehalt zugelassen hat und weitere Studien gefordert werden. So aktuell auch zu den Auswirkungen von Titanoxid und Zinkoxid auf die menschliche Gesundheit.

Und was auch gesagt werden muss: Die meisten non-nano mineralischen UV-Filter sind einfach brutal ätzend aufzutragen. Denn hier gilt: Einen hohen UV-Schutz erreicht man nur, wenn man dick aufträgt. Und das sieht man! Einige Anbieter nennen das dann „edelweiss“ (harharhar). Also nichts für jeden Tag, es sei denn, man ist wirklich hart im Nehmen…

Die Bewertung von Sonnenschutzstoffen im internationalen Vergleich

Interessant im internationalen Vergleich ist die unterschiedliche Bewertung der Stoffe. So ist 4-Methylbenzylidene Camphor in den USA beispielsweise nicht zugelassen und in Japan verboten. Grund ist wahrscheinlich der Verdacht auf Krebs fördernde Wirkung. Liest man die Beschreibung der Stoffe bei Wikipedia auf Deutsch und auf Englisch, wundert man sich schnell, weshalb die Stoffe auf der deutschsprachigen Seite als harmlos gelten, während auf den englischsprachigen Seiten diverse Studien über gefährliche Wirkungen aufgelistet sind. Gerade in Amerika sind viel weniger Sonnenschutzmittel zugelassen als in Europa. Der Grund, während in Europa Sonnenschutzmittel als Kosmetikum gelten, gelten diese in den USA als frei verkäufliche Arzneimittel und müssen von der FDA (Food & Drug Administraion) genehmigt werden. Das letzte neu Sonnenschutzmittel wurde Ende der 1990er Jahre in den USA zugelassen, wofür die Behörde viel Kritik einstecken muss. Dazu in sehr interessanter Artikel: „Burned by Bureaucracy“

Nanopartikel in UV-Schutz

Die Nanotechnologie, also das gezielte Herstellen von Stoffpartikeln einer Größe <100 nm ist gerade mal rund 25 Jahre alt. Den neuen Eigenschaften dieser Partikel im Vergleich zu „normalen“ Größen stehen demnach möglicherweise auch ganz neue Gefahren gegenüber. Was das ganze etwas unsympathisch macht ist die Tatsache, dass es für viele Stoffe, darunter auch unsere physikalischen UV-Filter, einfach keine Langzeitstudien gibt. Zum heutigen Tag ist noch nicht abschließend geklärt, inwieweit sich Nanopartikel im Körper anreichern, was sie bewirken und ob die Stoffe nicht doch die Hautbarriere durchdringen können. Derzeit gelten Nanopartikel in Sonnencremes zwar als sicher, aber selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung ist sich dem Mangel an Langzeitstudien bewusst („Fragen und Antworten zur Bewertung von kosmetischen Mitteln“). 

Parfüm in Sonnencreme

Eins vorweg: Duftstoffe können natürlich vorkommen oder synthetisch hergestellt sein. Dabei kann noch keine Aussage über die Verträglichkeit gemacht werden. Sowohl natürliche als auch synthetische Duftstoffe können Allergien auslösen oder phototoxisch wirken. Es können also in Verbindung mit Licht allergische Reaktionen sowie Pigmentstörungen auftreten. Welche Duftstoffe nun ein höheres oder niedrigeres allergenes Potential haben, würde an dieser Stelle zu weit führen. Am besten ist, wir verzichten auf Duftstoffe besonders dann, wenn diese auf unseren Körper aufgebracht und der prallen Sonne ausgesetzt werden.

Jetzt riechen Emulgatoren und Hilfsstoffe in kosmetischen Produkten meist nicht gerade nach Rosenblüten. Die Industrie versucht also, die unangenehmen Eigengerüche der Produkte zu „maskieren“, also zu übertünchen. Und ich muss bestätigen, wir sind doch alle schon ziemlich geruchsgesteuert. Gerade in meinen Kursen überlasse ich den Teilnehmern, ob sie ihre selbst gerührten Produkte überhaupt beduften wollen und falls ja, mit ätherischen oder Duftölen. Obwohl die meisten zunächst beteuern, es ab sofort ganz natürlich angehen zu wollen, so mixen am Ende doch 90% der Teilnehmer synthetische Duftstoffe unter….

Sollte man Sonnencreme selber machen

Seit mehr als 3 Jahren mache ich die komplette Haut- Haar- und Körperpflege meiner Familie selbst. Klar, hab ich auch schon Sonnencreme selbst gemacht. Das ist eigentlich gar nicht so schwierig, denn man muss ja einfach nur eine Emulsion rühren und kann einen entsprechenden Breitbandfilter in Form von mineralischen UV-Schutz einrühren. Titan- und Zinkoxid gibt es schon fertig gemischt als nano- und non-nano Produkt. Den gewünschten Lichtschutzfaktor soll durch die entsprechende Einsatzkonzentration erzielen.

Meine Erfahrung ist die: Das Herstellen der Sonnencreme ist kein Problem. Allerdings hat es bei mir nicht funktioniert. Ich hatte genau so schnell ein Spannungsgefühl wie ohne Sonnenschutz. Ich bin wirklich sehr froh, die selbst gemachte Sonnencreme nicht bei meinen Kindern ausprobiert zu haben. Offensichtlich, und das habe ich jetzt schon öfter gelesen, haben wir in unsere Küche zu Hause einfach nicht die technischen Möglichkeiten, um die Partikel gut genug im Produkt zu verteilen. Zwischen den mineralischen Sonnenschutzpartikeln bleiben somit immer freie Stellen, an denen die Sonne bis zur Haut vordringen kann. Der Lichtschutzfaktor und damit der Sonnenschutz ist demnach gleich null. Hier habe ich einen guten Artikel (leider auch in Englisch) zu diesem Thema gefunden, sogar mit Beweisfotos.

Anders verhält es sich möglicherweise bei selbst gemachter Sonnencreme mit chemischen UV-Filtern. Diese lassen sich wahrscheinlich besser im Produkt verteilen. Allerdings bringen diese wieder die oben genannten Nachteile mit sich.

Da ich nicht so auf die chemischen Filter stehe, habe ich dies auch noch nicht ausprobiert. Von selbst gemachter Sonnencreme mit mineralischen UV-Filtern kann ich nur abraten. Leider!

Die Wahrheit über Sonnenschutz #lichtschutzfaktor #lsf30

Pflanzenöle mit Lichtschutzfaktor

Im Internet wird immer wieder behauptet, man könne einfache Pflanzenöle verwenden, da diese einen natürlichen Lichtschutzfaktor hätten. Das wäre jetzt natürlich eine schöne Nachricht für alle Selbstrührer, wenn man denn schon nicht selbst mit Breitbandfiltern arbeiten soll. Leider muss ich auch hier warnen. Die Aussage, man könnte sich mit Pflanzenölen vor UV-Strahlen schützen ist durch mehrere Studien widerlegt. Zwar konnte Kokosöl und Olivenöl immerhin auf einen LSF von 7 erreichen. Allerdings unterliegen Pflanzenöle – wie alle Naturprodukte – immer gewissen Schwankungen. Je nach Anbaugebiet, Erntezeit, Lagerung, etc. pp. haben die Öle ganz unterschiedliche Fettsäurespektren und weitere unverseifbare Inhaltsstoffe. Daher können wir uns auch auf diesen LSF nicht verlassen. Sonst sind wir verlassen….

Ach ja, auch ätherische Öle sollen angeblich gegen UV-Strahlen schützen können. Angesichts der allergenen Inhaltsstoffe besonders in Verbindung mit Licht – gar keine gute Idee.

Hier ein weiterer toller Artikel dazu.

Gesetzliche Vorgaben zum Sonnenschutz

Die Europäische Kommission macht den Herstellern von Sonnencremes genaue Auflagen zur Deklaration und Bestimmungsmethoden:

  1. Methode zur Bestimmung des UV-A und UV-B-Schutzes
  2. Angabe des LSF: Hier gibt es bestimmte Vorgaben, wie der Lichtschutzfaktor ermittelt werden muss und wie er angegeben werden muss. Es dürfen beispielsweise keine LSF <  6 bzw. >  50+ angegeben werden.
  3. Der UV-A Schutz sollte mindestens 1/3 des angegebenen LSF betragen. UV-A Schutz muss auf der Packung aufgedruckt sein.
  4. Anwendungs- und Warnhinweise: neben den Anwendungshinweisen sollen auch Warnhinweise auf der Packung aufgedruckt sein, wie beispielsweise „Sonnenschutzmittel großzügig auftragen. Geringe Auftragsmengen reduzieren die Schutzleistung.“

Gerade die Nichteinhaltung dieser Vorgaben führt gerade bei Produkttests häufig zur Abwertung der Punkte und damit zu schlechteren Testnoten.

Wie schütze ich mich vor UV-Strahlung

Sonnenschutz ist demnach für mich immer mit der Wahl zwischen Pest und Cholera verbunden. Vorsorglich gegen Hautalterung zu jeder Jahreszeit, Tag und Nacht anwenden? Auf keinen Fall! Hier müssen ganz klar die Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Hoher LSF, eventuell auch mich chemischen UV-Filtern im Urlaub am Strand? Auf jeden Fall! Hier geht es einfach nicht ohne. Schließlich wollen wir auch alle unseren Urlaub genießen und da gehören spielen und plantschen am Strand einfach dazu. Gerade die Kinder müssen dick eingeschmiert werden, denn die haben ja am wenigsten Lust, im Schatten sitzen zu bleiben. Hier meine Empfehlungen:

  1. Wenn möglich lange Kleidung (mit Hut und Sonnenbrille) tragen
  2. Nicht in die Mittagshitze (zumindest im Sommer)
  3. Möglichst viel Zeit im Schatten verbringen
  4. Ab UV-Index 3-4 muss Sonnenschutz drauf
  5. Kleinkinder gehen gar nicht in die pralle Sonne
  6. Bei Kindern mindestens LSF 30 oder höher
  7. Dick einschmieren! Bei einem Erwachsenen sollten mindestens 30ml drauf
  8. Nach dem Schwimmen erneut eincremen (Achtung: die Dauer des Sonnenschutz verlängert sich dadurch nicht)

Tipps für den Kauf von Sonnencreme

Meine Sonnencreme muss folgende Kriterien erfüllen:

  • nur physikalische UV-Filter (Titanoxid und Zinkoxid) keine chemischen (s.o.)
  • keine Nanopartikel
  • Parfumfrei
  • LSF 30 für den Frühling LSF 50+ für den Sommer

Hört sich doch eigentlich ganz human an, oder? Beim Drogeriemarkt um die Ecke gibt es seit diesem Jahr ein einziges Produkt, das meine Kriterien erfüllt. Kostenpunkt: Ab € 11,95 für 50 ml und das ist ein Schnäppchen. Also für den Sommerurlaub nicht nur für Flug und Hotel, sondern auch für die Sonnencreme sparen.

 

*Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ultraviolettstrahlung

Weitere Quellen:

www.pharmazeutische-zeitung.de

www.ikw.org

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Martina Gräf

DIY Kosmetik verrückt, Mama von 2, Ehefrau, Kosmetikerin, Vegetarierin und unumstürzliche Optimistin :)

    3 replies to "Die ganze Wahrheit über Sonnenschutz"

    • Sylvia

      Toller Artikel und super recherchiert. Nun interessiert mich einfach nur noch, welche Sonnencreme du kaufst. 😉

    • Lydia Schaffner

      Hallo ein sehr interessanter Artikel zum Thema Sonnenschutz, würden Sie auch verraten welche Sonnencreme das ist? Marke? LG

    • Puffel

      Mich würde auch interessieren welche du jetzt kaufst…

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