Bevor es los geht… Hier geht es zum kostenlosen DIY Kosmetik Geschenke Adventskalender đŸŽ…đŸ». Vom 1. bis 24. Dezember gibt es jeden Tag ein geniales DIY Kosmetik Rezept. Alle Rezepte sind natĂŒrlich fĂŒr AnfĂ€nger geeignet.

DIY Kosmetik Weihnachtsgeschenke

 

 

Ist Naturkosmetik besser als konventionelle Kosmetik?

Wenn man sich mit Hautgesundheit befasst poppt relativ schnell die Frage auf „da ist ja Naturkosmetik bestimmt besser als konventionelle Kosmetik?“

Auch wenn ich Dir die Frage gerne in einem Satz beantworten möchte, wĂŒrde ich Dir hier schon gerne ein tieferes VerstĂ€ndnis fĂŒr das Thema vermitteln. Ich mĂŒsste sagen, „meistens aber nicht immer”.

Naturkosmetik Basiswissen

  1. Definition

Naturkosmetik ist kein geschĂŒtzter Begriff, wir haben also hier schon mal ein Definitionsproblem.

  1. Siegel

Naturkosmetik wird nur als solche anerkannt, wenn ein Siegel von einem der großen VerbĂ€nde drauf ist. Das ist bei uns im deutschsprachigen Raum hauptsĂ€chlich BDIH (Bundesverband fĂŒr Industrie- und Handelsunternehmen), der sich jetzt mit dem internationalen Cosmos zusammengeschlossen hat. Ein weiterer Verband ist Natrue (The international Natural and Organic Cosmetics Association),  welcher aus einem Zusammenschluss von mehreren Kosmetikunternehmen entstanden ist. Die Kriterien fĂŒr eine Zertifizierung sind Ă€hnlich aber nicht gleich.

  1. Kriterien

Die Rohstoffe mĂŒssen

  • grĂ¶ĂŸtenteils natĂŒrlichen Ursprungs sein, also pflanzlich oder tierisch,
  • Bio-zertifiziert sein (also nachweislich frei von Pestiziden, etc.)
  • GMO-frei sein (ohne Gentechnik produziert).

Sind all diese Dinge erfĂŒllt, spricht man von im weiteren Sinn von Naturkosmetik. Es gibt dann aber auch noch einen Zwischenschritt – naturnahe Kosmetik. Darunter fallen einige bekannte Marken wie The Body Shop, Lush oder Yves Rocher. Die verwenden auch natĂŒrlich Inhaltsstoffe, aber eben nicht ausschließlich, stellen sich aber dennoch gerne als “natĂŒrlich” dar.

Das Problem: Was sind natĂŒrliche Rohstoffe?

Stell Dir vor die Nuss fĂ€llt vom Baum, Du knackst den Kern und presst aus dem Samen ein Öl. Jetzt entziehst Du dem Öl bestimmte Stoffe, die du als Rohstoff einsetzen kannst oder wendest weitere Verarbeitungsschritte an bis Dein Rohstoff ganz andere Eigenschaften hat als das Öl. Aber ist es am Ende noch ein natĂŒrlicher Rohstoff? Und ab welchem Verarbeitungsschritt wollen wir es nicht mehr als natĂŒrlichen Rohstoff anerkennen?

Stimmst Du mir zu, dass das nicht ganz einfach ist?

Bei Natrue ist das zum Beispiel ganz eindeutig festgelegt. Ein Großteil der Rohstoffe in einer Natrue verwendeten Rezeptur dĂŒrfen physikalisch aber nicht chemisch verĂ€ndert werden.

Es sind naturidentische Stoffe erlaubt, wenn es sich um Pigmente, Mineralien und Konservierungsstoffe handelt.

Als zugelassene naturnahe Stoffe gelten Lecithine, Wachse und Polysaccharide. Das sind dann chemisch verÀnderte Stoffe, aber diese chemischen Prozesse gibt es auch in der Natur, die werden im Labor sozusagen nur nachgeahmt.

Kosmetik ganz ohne Chemie!

Man hört und liest ja immer wieder „ganz ohne Chemie“. Wenn Du das siehst, kannst du davon ausgehen, dass derjenige der das propagiert entweder keine Ahnung hat oder dir einen BĂ€ren aufbinden will. Denn, alles ist Chemie! Die Luft die Du atmest, das Wasser das du trinkst, jede deiner Zellen und die des Apfels in den du beißt.

Um was es hier geht und wie sich Naturkosmetik von konventioneller Kosmetik abgrenzen will ist, dass wir hier keine synthetisch im Labor hergestellten Chemikalien verwenden wollen.

Aber warum wollen wir das und warum ist Naturkosmetik vermeintlich besser als konventionelle Kosmetik?

NatĂŒrliche Kosmetik – Rohstoffe sind von ihrem chemischen Aufbau unseren Hautstoffen sehr viel Ă€hnlicher als synthetische und damit meist (aber nicht immer) besser vertrĂ€glich.

Und natĂŒrlich möchte man mit Naturkosmetik auch nachhaltigere Produkte, die naturnah und fair angebaut und geerntet werden und die keine schĂ€dlichen Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Meine persönliche Meinung und weshalb ich mich entschieden habe auf konventionelle Kosmetik zu verzichten

Ich bin immer höchst skeptisch, was neue Chemikalien angeht. Da wurden neue Stoffe kurz getestet (wenn ĂŒberhaupt) und auf den Markt geworfen aber es gibt oft keine Langzeitstudien dazu und auch wie sich die Stoffe auf die Umwelt auswirken, wenn sie in unserem Abfluss verschwinden.

So kam vor einigen Jahren das Thema Nanopartikel auf und wurde hoch gelobt weil die kleinen Partikel ja so viel bewirken sollten. Meine SchwÀgerin ist CTA (Chemisch-technische Assistentin) und hat Ende der 2000er Jahre eine Weiterbildung zum Thema Nano gemacht.

Das Fazit: Wir haben keine Ahnung wie sich diese Nanostoffe langfristig auf Gesundheit und Umwelt auswirken. Trotzdem waren sie in jedem zweiten Kosmetikprodukt vorhanden.

Es gibt inzwischen ĂŒber 100.000 neue Chemikalien auf dem Markt (die meisten davon gab es im Geburtsjahr meiner Großmutter noch nicht) und viele davon wurden nie getestet. Erst 2019 trat dazu ein neues Chemikalienrecht in Kraft, das die Chemieindustrie dazu verpflichtet neue Chemikalien ordentlich auf Gefahren fĂŒr Mensch und Umwelt zu testen und in einer internationalen Datenbank zu registrieren.

Dennoch: Es dĂŒrfen in der EU nur Kosmetikprodukte auf den Markt kommen, die als sicher gelten. Der Zertifizierungsaufwand ist immens und grĂ¶ĂŸer als im Lebensmittelbereich! Jap, richtig gehört! Dazu wird es demnĂ€chst noch mehr Infos geben, wenn ich Dich mit auf meine „ich produziere meine eigene Creme“ – Reise nehme!

Von Schokolade und Naturkosmetik

Nur weil Schokolade ein sicheres Lebensmittel ist, heißt es noch lange nicht, dass es auch gesund ist und Du es tĂ€glich zu Dir nehmen solltest. Und so ist es auch bei Kosmetik.

Und um noch kurz beim Lebensmittel Beispiel zu bleiben: Auch wenn der Zucker in der Schokolade aus KokosblĂŒten aus kontrolliert biologischem Anbau und fair gehandelt ist, ist er dennoch schĂ€dlich fĂŒr Deine ZĂ€hne.

Bei Naturkosmetik und auch bei zertifizierter Naturkosmetik heißt das nicht pauschal, dass das jetzt besonders gut fĂŒr Dich ist! Es muss hautphysiologisch sinnvoll sein. Also Deine Haut pflegen, stĂ€rken und schĂŒtzen. Jetzt ist aber jede Haut anders und hat ganz unterschiedliche AnsprĂŒche. Was also fĂŒr den einen gut ist, kann fĂŒr den anderen schlecht sein. Und das muss man natĂŒrlich herausfinden. Auf die unterschiedlichen Hauttypen gehe ich in einer der nĂ€chsten Folgen noch nĂ€her ein.

Die Nachteile von Naturkosmetik

Es ist teuer

Die Rohstoffe sind bis zu 3 mal so teuer wie die Rohstoffe in konventioneller Kosmetik. Dennoch glaube ich, viele konventionelle Kosmetik Marken haben eine sehr viel höhere Gewinnmarge als Naturkosmetik Unternehmen. Weil sie es durch geschicktes Marketing schaffen uns weiszumachen, dass sie in ihrem Labor den neuen Superwirkstoff gefunden haben, wÀhrend von der Natur ja (vermeintlich) nichts neues kommt.

Geruch

Zum einen bringen natĂŒrliche Kosmetikrohstoffe teilweise starke EigengerĂŒche mit, wie beispielsweise bei Sheabutter die doch recht stark rauchig riecht. Zum anderen sind natĂŒrliche DĂŒfte wie Ă€therische Öle sehr flĂŒchtig und bleiben nicht lange im Produkt. Exotische DĂŒfte, wie wir sie von konventioneller Kosmetik kennen sind in Naturkosmetik nicht möglich.

Allergene

Man kann konventionell allergen Ă€rmere Kosmetik herstellen als mit natĂŒrlichen Rohstoffen. Was natĂŒrlich nicht bedeutet, dass konventionelle Kosmetik grundsĂ€tzlich weniger allergen ist als Naturkosmetik.

Probleme mit Nachhaltigkeit und Monokultur

Die Naturkosmetik bekommt inzwischen auch Probleme und gerĂ€t in Verruf wegen einseitiger Landwirtschaft und Monokultur, wie es immer wieder bei Palm- und  Kokosöl aber auch bei Ă€therischen Ölen wie dem sehr wertvollen Sandelöl der Fall ist.

Finales Fazit

“Naturkosmetik ist nicht in jedem Fall besser”

Es gibt auch selten eine klare Einteilung in gesund oder schĂ€dlich, die Wahrheit liegt bei Natur- und konventioneller Kosmetik irgendwo dazwischen. Wichtig ist, sich erst mal seiner HautbedĂŒrfnisse bewusst zu werden (das klĂ€ren wir in einer der nĂ€chsten Artikel) und danach seine Kosmetik auszuwĂ€hlen.

Die Gefahr fĂŒr Gesundheit und Umwelt schĂ€tze ich persönlich jedoch bei Naturkosmetik als geringer ein im Vergleich zur konventionellen Kosmetik.

Ebenso ist Naturkosmetik fĂŒr viele Menschen, wie auch fĂŒr mich, besser vertrĂ€glich weil Naturkosmetik aus organischen Verbindungen bestehen die den Hautbestandteilen Ă€hnlicher ist als synthetisch hergestellte Rohstoffe.

Und deshalb habe ich mich ausschließlich fĂŒr Naturkosmetik habe.

Was sind Deine Gedanken zum Thema?  Welche Kosmetikfrage brennt Dir unter den NÀgeln? Schreibe mir an martina@slow-beauty-cosmetics.de