Deo selber machen | SLOW BEAUTY
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Deodorant vs. Antitranspirant

So wirken sie und so kannst Du ein Deo selber machen

Kann man Deo selber machen ohne Aluminium? Was ist der Unterschied zwischen Deodorant und Antitranspirant? Deo mit Natron und Kokosöl ist das gut? Diese Fragen erreichen mich immer häufiger, sobald die Temperaturen steigen. In Folge 24 des Beauty Dschungel Podcast (auch auf iTunes und Spotify) erfährst Du die Antworten:

Wie entsteht Schweißgeruch?

Grundsätzlich ist Schweiß geruchsneutral. Erst wenn bestimmte Bakterien und Enzyme, die sich auf der Haut befinden, den Schweiß  zersetzen, wird der typische Schweißgeruch bemerkbar. Wir haben in den Achseln und im Genitalbereich besondere, apokrine Schweißdrüsen, die auch einen speziellen Schweiß absondern, der zusätzlich mit Fettsäuren und Peptiden angereichert ist. Werden diese zersetzt, entstehen unangenehme Gerüche durch Ameisen- und Buttersäuren. 😱😂

Wir haben also gleich zwei „Gegner“, die Schweißflecken und der Schweißgeruch. Wie können wir ihnen Herr werden?

Wie wirkt ein Aluminium Deo?

Aluminiumsalze sind die einzig wahren Antitranspirantien. Zumindest was die Wirkung anbelangt. Denn sie sorgen dafür, dass der Schweiß überhaupt erst nicht erst aus den Poren austreten kann. Aluminiuzmsalze sind in der Naturkosmetik verboten. Wer die Menge an Schweiß verlässlich verringern möchte, kommt an Aluminiumkomplexen nicht vorbei. In der Naturkosmetik haben wir zwar auch mögliche Deowirkstoffe, doch diese reichen an die Wirkung leider nicht heran.

Natürliches Antitranspirant?

Natürliche Antritranspirantien sind beispielsweise Gerbstoffe. Sie sorgen dafür, dass sich die Follikelausgänge, die man umgangssprachlich auch Poren nennt, zusammenziehen. Du findest sie auch als „astringierende“ Wirkstoffe wie Grünteeextrakt, Hamamelishydrolat, Edelweissextrakt usw. Sie wirken zwar nicht so extrem wie Aluminium, können aber in Kombination mit weiteren Deowirkstoffen durchaus wirkungsvoll sein.

Was sind Deodorantien?

Deodorant oder Deodorantien als Wirkstoff, sorgen dafür, dass sich Schweiß zersetzende Bakterien und Enzyme nicht vermehren können oder ihre Arbeit nicht aufnehmen können. Deshalb fallen in diese Kategorie auch antibakteriell und antimikrobielle Rohstoffe wie, Kokosöl, Teebaumöl und die in der Naturkosmetik eingesezten Deowirkstoffe wie beispielsweise:

 

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    Ätherische Öle für ein Deo

    • Teebaumöl (vorsichtig dosieren!)
    • Zitrone
    • Limette
    • Palmarosa
    • Manuka

    Weitere ätherische Öle, die gegen Schweißgeruch wirken, findest Du auf dem Blog von Margareta Ahrer von Aroma 1×1

    Deo selber machen mit Natron – nicht unbedingt zu empfehlen!

    Für viele ist ein Deo mit Natron herzustellen der Einstieg ins Naturkosmetik Selbermachen. Das finde ich wirklich großartig, denn mit wenigen Zutaten kann man ein wirklich wirksames Deo selbst herstellen. Ich hab’s natürlich auch gemacht und hier findest Du mein Deo Creme Rezept: https://www.slow-beauty-cosmetics.de/diy-naturkosmetik-rezepte/erfrischende-deocreme/

    Natron wirkt zwar wirksam gegen Geruchsentstehung, dennoch hat es ein paar Nachteile: Zum einen wird Natron in wässriger Lösung also in Schweiß gelöst alkalisch. Unsere Haut hat jedoch einen sauren pH-Wert, der zwischen 4,5 und 6,5 liegt. Natron erhöht den Haut pH-Wert auf ca. 9, was den sogenannten Säureschutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht bringen kann.

    Natron ist eine kristalline Form, das heißt, die einzelnen Körnchen sind recht scharfkantig. Das kann die Haut zusätzlich reizen. Deshalb empfehle ich, das Natron vor dem Einsatz in einem Creme Deo zunächst in einer Mühle bzw. einem Grinder zu mahlen. So können wir die Körnchengröße verkleinern und die scharfen Ecken abrunden. Ich nutze dazu das Mahlwerk meines Stabmixers.

    Natron kann Entzündungen und Unverträglichkeiten auslösen

    Schon in meinen allerersten Kursen zum Thema Naturkosmetik selber machen, die ich vor einigen Jahren an verschiedenen Volkshochschulen gegeben habe, waren Menschen, die Natron nicht mehr vertragen haben. Die Erfahrung habe ich danach häufiger gemacht. Oft haben Menschen jahrelang Creme Deo mit Natron angewendet und es dann von heute auf morgen nicht mehr vertragen. Aufgrund dessen würde ich empfehlen, Creme Deo mit Natron nur kurzfristig und nicht dauerhaft anzuwenden.

    Mein Fazit zum Thema Natron in Deodorant: Wer natürliche und gesunde Hautpflege verwenden möchte, muss langfristig auf Deo verzichten. Viele fragen sich, ob Emulgatoren oder Konservierungsstoffe hautschädlich sein könnten und würden am liebsten darauf verzichten. Die Emulgatoren und Konservierungsmittel, die ich verwende, sind weit weniger schädlich als Natron!

    Noch ein letztes Wort zu Natron (versprochen). Ich sehe leider viel zu oft Rezepte in den sozialen Medien und im Internet, die wässrige Bestandteile verwenden und nicht ordentlich konservieren. Das ist ein NoGo! Solche „super einfachen Deo Rezepte“ mit Natron in Wasser gelöst, müssen konserviert werden! Dies ist allerdings schwierig, denn die meisten Konserviere brauchen einen niedrigen pH. Bitte niemals solche unkonservierten Rezepturen nach machen 🙏🏻

    Natürliches Deo ohne Natron – geht das?

    Ja, das geht! Hier habe ich ein einfaches, ordentlich konserviertes Rezept für Dich:

    Natürliches Deo ohne Aluminium, ohne Alkohol und ohne Natron

    Du brauchst folgende Arbeitsutensilien

    • 100 ml Pumpspender. Neue Pumpspender sollten normalerweise rein genug sein, um direkt befüllt zu werden
    • Becherglas (250ml)
    • Metallspatel
    • Fein- oder Goldwaage

    Arbeitsutensilien sowie die Arbeitsplatte mit 70%igem Isopropanol desinfizieren.

    Rohstoffe nacheinander ins Becherglas füllen und zwischendurch umrühren

    • 3g Lösungsvermittler G 10 LW 70 MB
    • 11 Tropfen ätherisches Zitronenöl
    • 11 Tropfen ätherisches Zypressenöl

    ins Becherglasgeben und mit dem Spatel gut verrühren

    • 91,5g destilliertes, abgekochtes Wasser oder Hydrolat nach Wunsch (Pfefferminze ist toll!)
    • 0,5g Dermosoft® Decalact Deo

    Beides hinzu fügen und gut verrühren. Das Decalact hat eine fiese zähflüssige Konsistenz, der man mit einem Metallspatel aber gut Herr wird.

    •  4g Leucidal® Liquid SF max

    Hinzu fügen und erneut gut verrühren. Abfüllen, eventuell noch einmal schütteln und fertig ist das Deo. Wie immer sind konservierte wasserhaltige Produkte ca. 6 Wochen haltbar.

    Wie Du Festes Deo, Deo Spray und Deo Roll-On herstellst, zeige ich Dir in der Happy Rühring Naturkosmetik Akademie

    8 Kommentare

    1. Ich nehme Teebaumöl, Salbei, Zypresse für mein Deo. Nach deinem Rezept in happy rühring hergestellt, leistet es mir tolle Dienste. Selbst bei den jetzt doch schon wärmeren Temperaturen!

      Antworten
      • Danke liebe Susanne! klasse, dass das Deo funktioniert und Dir der Duft hoffentlich auch gefällt 😊💕

        Liebe Grüße
        Martina

        Antworten
    2. Na ja, selber benutz ich nie Deos. Waschen mit Seife hat bisher gereicht.

      Allerdings würd ich meinen, Apfelessig, ev verdünnt mit Salbeitee, od. Nuss-/Eichenblätter in Essig ausgezogen wären die einfache Alternative!🤔

      Antworten
      • Liebe Helene,

        vielen Dank für Deine Rückmeldung! Je weniger, desto besser, da stimme ich Dir auf jeden Fall zu. Dennoch muss man nicht auf Deo verzichten, wenn man das nicht möchte.

        Natürlich kann man es auch noch einfacher haben! Gerade Gerbstoffe aus Pflanzen wirken astringierend und haben damit einen milden „antitranspirant“-Effekt. Apfelessig sollte man so verdünnen, dass dieser mindestens einen pH-Wert von 4,5 hat. Die Mischung sollte dann aber auf jeden Fall auch jedes Mal frisch zubereitet werden, da dieses anfällig für Keime ist.

        Liebe Grüße
        Martina

        Antworten
    3. Im Prinzip hast du es gut erklärt,
      ich aber glaube,
      und das,
      obwohl ich ätherische Öle liebe und ich sie vielfältig einsetze,
      dass es eher an genau diesen liegt.
      sie haben eine sehr starke Wirkung und können heftigst hautreizend wirken.

      für mich haben ä.Ö. nichts in Kosmetik zu suchen – eher Hydrolate.

      liebe Grüße aus Bonn

      Antworten
      • Hallo Zita,

        ätherische Öle sind konzentrierte Pflanzenstoffe und bestehen aus vielen unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Das aller Wichtigste ist, diese erst einmal wieder zu verdünnen und auf eine ähnliche Konzentration zu senken, wie sie auch in der Natur vorkommen. Es gibt ein paar Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen, die problematisch sein können, indem sie die Haut sensibilisieren oder phototoxisch wirken können. Aber auch da kommt es immer auf die Konzentration an.

        Wer sich unsicher ist, kann natürlich auch auf ätherische Öle verzichten, wobei man bei einem natürlichen Deo dann auch Einbußen in der Wirksamkeit in Kauf nehmen muss. Hydrolate sind eine schöne Alternative, allerdings haben diese selbstverständlich nicht die gleiche Zusammensetzung wie ätherische Öle.

        Liebe Grüße
        Martina

        Antworten
    4. Liebe Martina,
      vielen Dank für deine Hinweise zum DEO. Seit ca. 2 Jahre rühre ich, in verschiedenen Variationen, DEOROLLER-Rezepte von Heike Käser. Ein sehr gutes DEO-Spray von Tobias Kahrmann. Ich persönlich bin damit sehr zufrieden, muss aber feststellen, dass nicht alle aus meiner Familie damit zurechtkommen. Das ist aber auch selbstverständlich da wir nun einmal unterschiedlich sind. (Alle Rezepte sind ohne Natron).
      Habe jetzt das erste Mal ein Rezept mit Natron gerührt, das von Valerie. Es hat bei mir eine gute Wirkung, ich glaube aber auch, dass man Natron nicht auf Dauer nehmen sollte.
      Lieben Gruß
      Jürgen

      Antworten
      • Hallo lieber Jürgen,

        vielen Dank für Deinen Kommentar. Heike Käser ist natürlich die Königin der DIY Kosmetik, wir alle lieben sie! Und dass Tobias brutal gute Rezepte formuliert ist auch klar! Ich liebe ihre Rezepte!

        Ich habe festgestellt, dass zum einen nicht jeder ein Deo Spray / Roll-On / festes Deo mag, da sind die Geschmäcker ebenso verschieden wie bei den Düften und offenbar wirken die Deos auch nicht bei allen Menschen gleich gut. Ebenso können Deos bei hormonellen Schwankungen plötzlich nicht mehr / weniger gut wirken. In dem Fall versuche ich einfach die Wirkstoffe zu wechseln. Manchmal hilft es schon, wenn man von den wasserlöslichen zu fettlöslichen wechselt.

        Vielleicht kannst Du mit diesem Tipp ein paar mehr Menschen mit wirksamem Deo beglücken!

        Liebe Grüße
        Martina

        Antworten

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