Müll vermeiden bei Kosmetik | SLOW BEAUTY
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Als Anke vor über 6 Jahren angefangen hat sich über Müllvermeidung Gedanken zu machen, wusste sie noch nicht, wie radikal sich ihr Leben zum positiven verändern würde. Heute zeigt sie Menschen, wie sie ohne Stress Plastik-arm bis plastikfrei leben können. Kosmetik selber machen hilft Anke Müll und vor allem Plastik einzusparen. Was sie nicht selber machen kann hat sie in ihren Webshop aufgenommen. Im Podcast sprechen wir über ihren Weg zu weniger Verpackungsmüll und Plastik im Familienalltag und wie jeder Müll einsparen kann. Du findest den Beauty Dschungel Podcast auf iTunes und auf Spotify.

 

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Hinter Wastelesshero steht Anke Schmidt. Die Kölnerin ist Mutter zweier Kleinkinder und hat es sich vor etwa 6 Jahren zur Aufgabe gemacht, Müll – vor allem Plastikmüll – zu vermeiden. Auch bei Kosmetikprodukten. Sie ist Bloggerin, Buchautorin und seit einem Jahr mit Wastlesshero selbstständig. Wie sie aus dem Nachhaltigkeitsgedanken heraus vegan wurde und ihr Online-Shop mit zahlreichen nachhaltigen Produkten entstand, erzählt sie in der Podcastfolge 29.

Anke, wie verpackungsfrei lebst du heute?

Wir leben heute fast verpackungsfrei, plastikfrei, essen Bioprodukte, sind vegan. Wir haben aufgehört, in Urlaub zu fliegen und leben so richtig krass nachhaltig. Seit 6 Jahren blogge ich auch darüber.

Gab es da einen Auslöser für diese Umstellung oder ging das schleichend?

Es gab einen starken Auslöser: Im Flugzeug habe ich in einer Zeitschrift über eine Familie gelesen, die alles aus Plastik vors Haus gestellt haben. Ich hab mich gefragt, was die da machen, schließlich hat doch jeder Plastik zuhause. Aber aus dem Artikel ging hervor, dass wir eben dieses ganze Plastikzeug nicht brauchen. Da habe ich das erste Mal darüber nachgedacht, wie ich mich als Mensch auf der Welt verhalten will und was ich der Welt zufügen möchte. 2013 hab ich dazu meinen ersten Inst-Post gemacht, für ein gutes Jobangebot aber dann damit pausiert. Da dachte ich noch, der Job ist wichtiger als nachhaltig zu leben. So richtig blogge ich seit 4 Jahren.

Was toll ist, dass du als Vorbild vorangehst und den Weg bereitest, ohne erhobenen Zeigefinger. Aber wo fängt man an? Es gibt so viele Punkte wie Co2-Ausstoß, Micro-Plastik, Müllvermeidung, Wasser-Themen…

Mittlerweile geht alles Hand in Hand bei uns. Die erste Idee war ja, komplett plastikfrei zu leben, auf Plastikverpackungen zu verzichten. Damals gab es die ersten Unverpackt-Läden, das war ok. Dann ging es weiter mit dem Thema Essen: Bio ist wohl besser als konventionelle Lebensmittel. Um das Frühstück plastikfrei zu kriegen, sind wir vegan geworden und sparen uns so den Weg zum Metzger. Alles ging nach und nach. Dann haben mein Freund und ich eine Rundreise in Schottland mit dem Auto gemacht, sind aber mit dem Flugzeug hingeflogen. Wir dachten dann: ok, fliegen ist jetzt nicht so geil, aber wir machen ja so viel, da können wir einmal im Jahr fliegen. Am nächsten Tag haben wir uns angeschaut und beschlossen: ok, nee, wir fliegen nicht mehr. Es wie ein Schneeballsystem: du fängst mit einem an und machst dann immer weiter, weil du erkennst, wie viele wunderbare Vorteile es hat. Minimalismus war auch noch ein Aspekt. Wir haben 2 Kinder, aber es steht so wenig Kram hier rum, dass es in der Wohnung immer noch entspannt ist.

Habt ihr dann alles rausgeschmissen, was aus Plastik ist? Oder wie waren die ersten Schritte?

Uns war es wichtig, nicht einfach alles wegzuwerfen, sondern zu schauen, was Sinn macht. Als ich zuhause ausgezogen bin, habe ich die ganze Tupperware mitgenommen. Ein riesen Berg, den man nie braucht. Ich habe dann einiges abgegeben an Freunde. Dann habe ich den Kleiderschrank ausgemistet und Kleidertauschparties gemacht. So hat sich nach und nach alles reduziert.

Wie viel Müll habt ihr noch? Du hast ein wenige Monate altes Baby – wie funktioniert das?

Das werde ich oft gefragt. Früher fand ich Stoffwindeln ekelhaft und hab gesagt, das mach ich nie! Dann hab ich im Internet nachgeschaut und dachte, ok, das spart so viel Müll und ist super einfach. So bin ich dann bei meinem ersten Sohn nach ein paar Monaten umgestiegen. Der einzige Müll, den wir ab und zu haben, sind Einmalwindeln, die wir beispielsweise für nachts nutzen. Die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, also auf Schadstoffe geprüft. Die gibt es in Städten in jedem Drogeriemarkt. Wir sind nicht 100 Prozent perfekt, machen von allem etwa 90 Prozent und das reicht auch.
Kleider und Spielsachen für die Kinder sind Second-Hand oder von Freunden. Somit kann man auch viel Geld sparen. Normalerweise zahlt man für eine Erstausstattung etwa 2500 Euro, wir haben vielleicht 500 Euro bezahlt.

 

Müll vermeiden bei Kosmetik

 

Was gibt es noch für Nebenwirkungen? Man hat weniger rumstehen, man gibt weniger Geld aus – wie ist es mit der Ernährung? Wenn man vegan lebt, isst man da viele trockene Sachen, die viel Kohlenhydrate enthalten?

Das dachte ich anfangs auch: Nudeln und Brot. In der ersten Zeit habe ich auch vier Kilo zugenommen. Wir waren dann bei einer Ernährungsberaterin, grade auch wegen meines Sohnes (2,5 J). Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit wollte ich mich gesund ernähren. Das Coole ist: man geht weniger einkaufen, nur das, was man wirklich isst und spart dadurch Geld. Wir essen jetzt viel Obst und Gemüse, was vor 5 Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Wir leben deutlich gesünder, das ist ein angenehmer Nebeneffekt. Mein Sohn isst viele Dinge, die andere Kinder nicht essen. Viel rohes Gemüse wie Radieschen und Kohlrabi.

Habt ihr ein Auto?

Ja wir haben ein 15 Jahre altes Auto, das wir jedoch nur etwa einmal die Woche benutzen, wenn wir unsere Freunde oder Familie auf dem Dorf besuchen. Wenn es kaputt ist, wollen wir kein neues. Wir wohnen in der Kölner Innenstadt, das braucht man auch zum Einkaufen kein Auto. Wir haben etwa 2500 Euro Kosten im Jahr für das Auto, inklusive Benzin. Das würden wir dann sparen.

Machst du deine Kosmetikprodukte selbst? Alle? Was hast du zuerst gemacht und was ist wichtig?

Ja und nein. Mein Make-up mache ich nicht selbst. Wichtig ist, dass es super einfach ist und nicht mehr als 10 Zutaten braucht. Wenn im Rezept dann Emulgatoren drin sind, bin ich schon überfordert. Ich hab mich da nicht so eingelesen – da gibt es Leute, die das besser können. Wichtig sind gute Inhaltsstoffe, es muss einfach, günstig und schnell gehen.
Angefangen habe ich mit einem Roggenmehl-Shampoo: 2 Esslöffel Roggenmehl mit Wasser mischen. Das habe ich etwa ein halbes Jahr zur Entgiftung der Haare benutzt. Vorher hatte ich auch Shampoo, Spülung, Haarkur, und teures Haaröl. Dann hab ich Deo aus Natron, Wasser und Ätherischen Ölen gemacht, Peelings aus Kaffeesatz oder Zucker mit Öl. Von selbstgemachter Sonnencreme lasse ich die Finger, das ist mir zu unsicher.

Ja das ist super schwierig, da man die mineralischen Filter zuhause im Produkt nicht optimal verteilt bekommt und somit kein Verlass auf den Schutz ist. Gibt es die denn auch unverpackt?

Ja, allerding nicht für Kinder. Hier greife ich auf die konventionelle zurück.

Was nimmst du aktuell für die Haarepflege?

Mittlerweile nehme ich festes Shampoo. Haarseife hat bei mir wegen des harten Wassers trotz Rinse nicht funktioniert. Ich muss meine Haare auch nur ein- oder zweimal die Woche waschen.

Gibt es Kosmetik, die du nicht Plastikfrei bekommst?

Ja, Make-Up, wie beispielsweise Mascara. Es gibt zwar einen in Papierverpackung als Naturkosmetik, aber der kostet 35 Euro. Der Preis ist sicher auch gerechtfertigt. Aber ich nutze einfach wenig Make-up. Ich kaufe nur von allem eins im Gegensatz zu früher: eine Mascara, ein Lidstrichstift – und die Lippenstifte hab ich noch von vor vier Jahren.

Mascara selbst machen geht zwar, ist jedoch eine klebrige Angelegenheit. Ich habe auch noch keinen gefunden, der so gut ist, wie ein gekaufter. Hier steckt einfach jahrelange Entwicklung dahinter. Da kommt man zuhause nicht dran.

Ein anderes Thema: ich habe das Gefühl, dass man beim Thema DIY nicht weniger, sondern eher sogar manchmal mehr Verpackung hat…

Also ich bekomme alles verpackungsfrei, aber das ist eine Ausnahme hier. Ansonsten sollte man schauen, dass man wenige Zutaten benutzt, mit denen man viele Produkte herstellen kann. Oder deren Rohstoffe man verschieden nutzen kann. Manchmal hat man vielleicht mehr Verpackung, aber dann weiß man auch, was drin ist. Es ist ja super wichtig, was man sich auf die Haut macht.

Hast du eine Veränderung an deiner Haut gemerkt, nachdem du deine selbstgemachten Produkte benutzt hast?

Es ist eine häufige Frage, welche Gesichtscreme ich benutze. Aktuell gar keine. Mit dem Roggenshampoo hab ich aufgehört, eine zu benutzen und das klappt super. Seit ein paar Monaten hab ich etwas trockene Haut, dafür nehm ich dann Sheabutter.

Du hast einen Online-Shop. Welche Produkte gibt es da und was war das erste?

Ich habe den Shop gegründet, um für viele Menschen die Welt zu verändern – auch wenn sie keinen Unverpackt-Laden vor der Tür haben. Erste Produkte waren bunte Stoffslipeinlagen aus Biobaumwolle. Die habe ich mit einer gemeinnützigen Werkstatt herstellen lassen. Danach folgten Abschminkpads. Jetzt gibt es noch viel mehr Produkte, mit denen man plastikfrei leben kann. Gut, verpackt sind sie auch. Welcher Artikel in meinen Shop einzieht – für die Entscheidung nehme ich mir Zeit. Wichtig ist, wo das Produkt herkommt, wer es herstellt und was drin ist. Bei den meisten Herstellern war ich auch vor Ort.

Je mehr Produkte man verwendet, desto mehr Wasser braucht deren Produktion. Hast du da Tipps, gerade für die Kosmetikherstellung?

Einfach weniger benutzen, es gibt viele Dinge, von denen braucht man einfach keine 10 Stück. Oder Artikel von Firmen nehmen, die sich für nachhaltige Wasserverwendung einsetzen oder gemeinnützige Organisationen unterstützen. Wenn man feste Produkte verwendet wie Seife oder Shampoo, ist hier auch wenig Wasseranteil drin. Und wenn man doch mal Flüssigseife braucht: einfach ein Stück Seife abschneiden und auflösen.

Du hast ein Buch geschrieben und gibst auch einen Online-Kurs.

Ja, in dem Buch geht es um 111 Wege, um ins nachhaltige Leben einzusteigen. Einfache Tipps, auch wie man dabei Geld spart, evtl auch Zeit spart und was es jeweils für Auswirklungen auf die Umwelt hat. Es sind 20 Rezepte enthalten, für Kosmetik, aber auch Putzmittel. Es geht um Nachhaltigkeit im Haushalt, mit Kind und auf der Reise. Im DIY-Kurs geht es um Reinigung und Pflege, es gibt dazu auch eine Videobegleitung. Gebucht kann er aktuell noch werden für den Vorzugspreis von 19 Euro.

Was hast du noch geplant?

Da gibt es vieles: ein zweites Buch, noch mehr Online-Kurse, mehr eigene Produkte im Shop – und das mit einer halben Stunde Arbeit am Tag, damit Zeit für die Familie bleibt.

Anke’s Website: www.wastelesshero.de 

Anke’s Shop: https://www.wastelesshero.com/shop/

Anke’s Buch: https://www.wastelesshero.com/produkt-kategorie/e-books/

Anke’s Instagramaccount: https://www.instagram.com/wasteless_hero/

 

Unser Video zum Interview:

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