Naturkosmetik muss nicht kompliziert sein! Auch wenn man anfangs vielleicht von den vielen Infos und Fachbegriffen überrannt wird und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, geht’s eigentlich auch ganz einfach. Julesmoody bezeichnet ihre Art der Naturkosmetik selbst als Basic und legt viel Wert darauf, wenige Rohstoffe zu verwenden und einfache Rezepte zu kreieren. In meiner aktuellen Podcast Folge spricht sie darüber, wie sie ursprünglich den Weg zur Naturkosmetik gefunden hat, was für sie die Faszination ausmacht und wie sie ihre Pflegeroutine an die Jahreszeiten anpasst. (Weiter unten findest Du das Video von unserem Interview)

Naturkosmetik selber machen mit Julesmoody

Ich darf Julesmoody als ersten Interviewgast begrüßen und wir sprechen im Podcast über unsere gemeinsame Leidenschaft: Naturkosmetik selbst machen. Jules beschäftigt sich seit vielen Jahren mit selbstgemachter Naturkosmetik und legt hierbei Wert auf Rezepte, die aus wenigen ausgewählten natürlichen Zutaten bestehen und einfach umzusetzen sind. Auf ihrer Webseite zeigt sie  regelmäßig tolle Rezepte, Anleitungen und Inspirationen, produziert den Natürlich Entspannt Podcast und bietet darüber hinaus einen Member Bereich an für einzigartige Inhalte, Listen und vieles mehr!

Ich freue mich sehr, dass Jules mit mir über unsere Leidenschaft sprechen möchte!

Naturkosmetik selber machen mit Julesmoody

So geht’s los – der Einstieg

Wie hat das ganze bei Julia angefangen? Wie ist der Funke übergesprungen? Julia war auf der Suche nach DER perfekten Creme und hat sich durch sämtliche Hersteller und Preisklassen probiert – ohne Erfolg. So schwer kann das doch nicht sein, dachte sie sich und fing an zu recherchieren. Da das Thema aber super umfassend und verwirrend sein kann, wenn man direkt mit Fachliteratur einsteigt, hat sie es genauso schnell auch wieder sein lassen. Ein paar Jahre später wollte sie für eine Freundin Badeperlen selbst machen und stellte fest, dass es auch einfacher geht. Die Leidenschaft war geboren!

Was sind deine Tipps für Anfänger, Julia?

“Ich rate jedem, der sich mit dem Thema Naturkosmetik beschäftigen möchte, mit Blogs wie deinem oder meinem zu beginnen und sich an einfachen Rezepten zu versuchen. Fachbücher triefen nur so vor Chemie und das kann für Anfänger schnell abschreckend sein, wie bei mir damals ja auch. Außerdem gibt es heute ein vielfältiges Angebot an tollen Online und Offline Workshops, in denen man die Basics erlernen kann.”

Nach und nach fand sie immer mehr Möglichkeiten, ihre Kräuterliebe aus der Küche auch in die Naturkosmetik zu bringen. Sie besuchte einige Seminare und Workshops und vertiefte ihr Wissen.

 

Unkräuter sind nur die Kräuter, deren Nutzen wir noch nicht kennen

  

Dabei zählen Lavendel und Rose zu ihren Lieblingskräutern, die in fast allen ihren Rezepten auftauchen und eine Art Basis bilden. Sie arbeitet außerdem immer mit saisonalen Kräutern, die sie in ihre Rezepte einfließen lässt.

 

Naturkosmetik funktioniert in jeder Jahreszeit!

 

Wie funktioniert selbstgemachte Naturkosmetik über die Jahreszeiten hinaus?

“Im Frühjahr, Sommer und Herbst stehen relativ viele Kräuter nahezu unbegrenzt im eigenen Garten oder der Wiese hinterm Haus zur Verfügung. Im Winter sieht es da meistens anders aus. Da mache ich gerne einen Ölauszug von Produkten, von denen ich weiß, dass ich sie auch über den Winter verwenden möchte oder nutze getrocknete Kräuter.”

Beim Ölauszug, oder auch Öl-Mazerat genannt, werden die Wirkstoffe von Kräutern und Blüten in Öl ausgezogen. So können diese dann auch über den Winter in Cremes und anderer Naturkosmetik weiterverwendet werden. Dabei gibt es wiederum Kalt- oder Warmauszüge. Lies hierzu gerne auf ihrem Blog (hier bieten sich auch Links zu einem Artikel an) zu den einzelnen Vorgehensweisen nach und entscheide selbst, womit du starten möchtest. Der Vorteil von Warmauszügen ist, dass es erstens schneller geht und zweitens durch das Erhitzen das Risiko von Schimmelbildung reduziert wird. Sauberes und hygienisches Arbeiten ist in der Herstellung von Naturkosmetik aber immer Pflicht.

 

Was fasziniert dich denn am meisten an Pflanzen und Kräutern in Verbindung mit Naturkosmetik, Julia?

“Das ist ganz eindeutig das breite Spektrum. Die meisten Kräuter habe ich selbst im Garten: Rose, Lavendel, Ringelblume oder Kamille beispielsweise. Ich weiß also ganz genau, wo die Dinge herkommen und sie haben keine weiten Wege hinter sich. Klar kann man auch fertige Inhaltsstoffe kaufen. Aber den Blüten beim Aufgehen zusehen und die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten geben dem ganzen ein besonderes Flair.

Julesmoody geht zurück zur Natur

Julia war ursprünglich auf der Suche nach einer optimalen Pflege, da sie schnell fettende Haut hatte, die gleichzeitig unrein war. Somit musste eine Creme her, die schnell einzieht aber gleichzeitig auch nachhaltig pflegt. Nach einiger Recherche fand sie heraus, dass in ihrem Fall eine Creme gar nicht so optimal ist, sondern ein Öl besser geeignet ist. Nach dem Umstieg auf die Naturkosmetik hatte ihre Haut so die Möglichkeit, sich wieder zu renaturieren, also wieder in den Ursprungszustand zurückzugehen. Nach jahrelanger Verwendung von konventioneller Kosmetika und Cremes wird die Haut abhängig von diesen Produkten. Heute hat sich ihre Haut von selbst wieder gebessert, fettet nicht mehr so schnell und Unreinheiten sind auch nur noch im Jahreszeitenwechsel hin zum Winter ein Thema (Trockenheit).

Dieser Prozess der Renaturierung und Umstellung kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Bitte wirf hier nicht nach zwei Wochen gleich wieder die Flinte ins Korn und gib deiner Haut ein paar Monate Zeit, sich von den Strapazen der vergangenen Jahre voll und ganz zu erholen.

Die Umstellung von konventioneller Kosmetik mit sehr vielen Inhaltsstoffen auf Natur-basierte Kosmetik ist also nicht ganz so einfach. Was wenn auch gleichzeitig noch der Winter und damit “erschwerte Bedingungen” dazu kommen? Was rätst du deinen Lesern und Kunden an dieser Stelle?

 

“In den Umstellungszeiten zwischen den Jahreszeiten rate ich immer dazu, die Haut besonders zu pflegen. In der kalten Jahreszeit mache ich daher immer Peelings und Masken, um der Trockenheit an diese Stelle gleich vorzubeugen. Was man aber nicht vergessen sollte: die Haut reagiert nicht nur darauf, was man drauf schmiert, sondern auch auf die Ernährung und frische Luft.”

 

Bei der Pflege der Haut spielt auch der Lichtschutzfaktor eine Rolle. Klar, nicht für jeden 20-Minuten Spaziergang draußen muss dick Sonnencreme aufgetragen werden. Ist man aber gerade im Winter in höheren Lagen und bei Schnee (Stichpunkt Reflexion) unterwegs, sollte man auf Lichtschutzfaktor keinesfalls verzichten.

 

Nachhaltigkeit und Naturkosmetik

Welche Peelings nutzt du denn gerne?

“Ich selbst mag Zucker-Salz Peelings gar nicht aufgrund der scharfen kristallinen Struktur. Ich greife daher lieber zu feineren Peelings basierend auf Heilerden, Mohn oder geriebenen Nüssen. Mein Geheimrezept ist ein Teelöffel Honig, denn durch die enthaltenen Enzyme wirkt er nährend als Peeling und Maske.”

Das Thema Nachhaltigkeit spielt in der Naturkosmetik auch eine große Rolle. So kann beispielsweise der Trester bei der Herstellung von Mandelmilch direkt oder getrocknet noch für ein Mandelpeeling verwendet werden und man reduziert den Abfall auf ein Minimum. Nachhaltigkeit und Naturkosmetik gehen Hand in Hand. Die Kräuter direkt aus dem Garten werden mit regionalen Ölen bearbeitet und anschließend in wiederverwendbaren Glasflaschen abgefüllt. Alleine diese Vorgehensweise schont die Umwelt und ist allemal nachhaltiger als ein Plastiktiegel aus der Drogerie zu kaufen, was danach weggeworfen wird.

 

Die größte Hürde in Naturkosmetik einzusteigen ist meistens die Angst, dass es super kompliziert ist. Hat man mal die ersten Hürden überwunden, ist die Neugier meistens größer als die Angst und ab gehts. In meinen aktuellen Produkten verwende ich relativ viele Rohstoffe, aber auch ich habe mal klein angefangen und man kann bereits mit wenigen Basis-Rohstoffen ganz tolle Produkte herstellen.

 

Julias Pflegeroutine mit Naturkosmetik

 

Wie sieht denn deine persönliche Hautpflegeroutine aus, Julia?

 

“Ich bevorzuge einen besonders natürlichen und Basic-Ansatz. Zur Gesichtsreinigung verwende ich gerade ein Reinigungsgel und anschließend ein Öl, je nachdem welches gerade da ist und worauf ich Lust habe. Hier gebe ich einen halben Teelöffel des Öls direkt in die Hand und vermische das mit 3 bis 5 Tropfen frischem Leitungswasser oder Hydrolat und creme damit die noch feuchte Gesichtshaut ein. Die Haut ist daraufhin etwa 30 Minuten ein bisschen speckig, das zieht aber dann direkt tief ein und pflegt nachhaltig. Hier mache ich dann immer Gesicht, Hals und Dekolletee gleich mit. Im Herbst und Frühjahr, also den Übergangsphasen, plane ich ein bis zweimal pro Woche ein Peeling und eine Maske ein, je nach aktuellen Hautbedürfnissen.”

Das größte „Aha“, die größte Erkenntnis ist für Julia hier ganz klar, dass Naturkosmetik nicht kompliziert sein muss, sondern dass es auch ganz einfach gehen kann. In zweiter Linie steht für sie auch die eigene Pflege und Me Time, also die eigene Wertschätzung im Vordergrund. Wohlfühlen wird für Julia auch das Thema des nächsten Jahres sein, da es besonders für Frauen oft schwierig ist, hier eine gesunde Balance zwischen den alltäglichen Pflichten und Aufgaben sowie dem eigenen Wohlbefinden zu schaffen.

Hier findest Du das Video zu unserem Interview:

Bei Julia gibt es aktuell eine Challenge zum Thema Weihnachts-DIY Naturkosmetik. Schau hierzu unbedingt auf ihrer Webseite vorbei und melde dich dort direkt für die Challenge an! Hier geht es zu julesmoody.com.

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