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Was hilft bei Akne?

Anna Stamikow ist Akne betroffene und das seit über 17 Jahren! Der Auslöser war eine Hormon-Umstellung. Nach sehr vielen Arztbesuchen, sehr viel Antibiotikum und einigen Erkenntnissen aus dieser Zeit hat Anna beschlossen, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Heute weiß sie, dass Akne (wie viele andere Hauterkrankungen) ganzheitlich betrachtet werden muss. So hat sie ihre Haut in den Griff bekommen, macht sich heute aber auch keinen Stress mehr, wenn es mal nicht alles nach Plan läuft.

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Anna Stamikow (33) hat vor 1,5 Jahren ihren Instagram-Account „Wundervoll chaotisch“ gegründet. Die Mediengestalterin und Fotografin leidet seit 17 Jahren unter Akne Vulgaris und hatte das Bedürfnis, einen Austausch zu diesem Thema zu starten. Damals war sie an einem Tiefpunkt im Bezug auf ihre Haut angelangt und erkannte, dass sie mit den Problemen nicht allein war, als sie den Weg in die Öffentlichkeit ging.

Anna, wie bist du dazu gekommen, wie hat sich dein Weg bis hierhin entwickelt?

Zuerst hat ganz normal angefangen mit der Pubertät, wenn sich durch die Hormonumstellung Pickel entwickeln. Damals war es für mich nichts Außergewöhnliches, auch wenn es nicht schön war. Ich ging damals auch um das Thema Pille, ich bin zum Frauenarzt gegangen und er hat mich angeschaut und gesagt, er hätte da eine, die auch gut wäre für meine Haut. Meine Haut hat sich jedoch nicht verändert, ich habe die Pille 2 Jahre genommen und dann wieder abgesetzt. Dann nach 1,5 Jahren wieder für ein halbes Jahr. Das Auf und Ab des Hormonspiegels war für meinen Körper anstrengend und dann ging es mit meiner Haut stetig bergab. Neben Pickelchen hatte ich Rötungen und Entzündungen, speziell am Kinn. Der Hautarzt stellte Akne fest und verschrieb mir Salbe und Antibiotika. Das hat natürlich nur zeitweise geholfen und nur die Symptome bekämpft. Ich habe echt viel davon genommen.

In welchen Abständen hast du die Antibiotika bekommen? So kurmäßig?

2015 war es am schlimmsten, da habe ich wirklich 3 Monate am Stück Antibiotika bekommen. Meine Ärztin meinte, dass sie nicht anders helfen können, es ginge nur das. Man glaubt ja an das, was der Arzt sagt, grade wenn man auch noch jung ist.
Es war nie ganz weg, kurz nach dem Absetzen der Tabletten ging es wieder los. Das zehrt an den Kräften, mental und körperlich. Und schadet dem Selbstbewusstsein. Und es ist schmerzhaft – manchmal mussten Stellen aufgeschnitten werden. Da weiß man teilweise nicht, wie man nachts liegen soll. Bei akuter Akne hast du tiefe Entzündungen, die sehr schmerzhaft sind, es pulsiert und pocht.

Hattest du auch mal das Gefühl, dass jetzt alles überstanden ist?

Eine zeitlang war es ok. Aber Akne hat so viele Ursachen wie Hormone, Ernährung und Stress. Kurz vor meiner Hochzeit 2011 habe ich auch wieder einen dicken Knoten bekommen und hab die Nacht davor geheult. An dem großen Tag will man doch gut aussehen. Aber man muss lernen damit umzugehen und muss es annehmen, um es zu verändern. Es wurde dann trotzdem ein toller Tag.

Du bist Mutter, wie hat sich die Schwangerschaft auf deine Haut ausgewirkt?

Im ersten Drittel hat sich nichts verändert. Um letzten Drittel hatte ich eine ganz tolle Haut und war ganz glücklich. Doch als ich aufgehört habe zu stillen, ging es wieder los.
Hormone spielen eine große Rolle, es ist jedoch nicht klar, welche nicht im Einklang sind. Es ist ein langer Weg, das herauszufinden und man sollte sich nicht nur darauf fokussieren.

Durch die Community hast du Kontakt mit vielen anderen Betroffenen. Steht bei anderen ein anderes Thema wie Hormone im Vordergrund?

Es geht darum, ein ganzheitliches Konzept zu fahren. Es ist nicht nur die bestimmte Creme, die Ernährung, die Hormone, Stress oder der Darm – es wirkt alles zusammen und man muss versuchen, eine Linie zu finden. Es gibt nicht nur den einen Königsweg, da alle verschieden sind. Es kommt auch drauf an, welcher Hauttyp man ist.
Die Ernährung hat bei mir grade am Anfang viel ausgemacht, da hat sich viel getan. Ich lebe seit 2010 vegetarisch, dann vegan. Und als ich Mehlprodukte weggelassen habe, die auch Einfluss auf Hormone haben können, wurden die Knoten besser. Heute ist es so, dass ich nicht mehr alle zwei Tage dicke Knoten bekomme, sondern nur noch zyklusbedingt mal einen. Um den Eisprung, vor meinen Tagen.

Denkst du, dass dein Körper sensibler auf Hormonumstellungen reagiert als andere?

Ja, das denke ich schon. Die Pille damals – das Nehmen und wieder Absetzen – ich glaube, dass mein Körper nie wirklich in Einklang kommen konnte. Es ist auch schwierig hier einen Arzt zu finden, der unterstützt. Ich wollte einen Hormontest machen, um herauszufinden, welche Hormone denn genau durcheinander sind. Dann wurde mit gesagt, dass bei einem Test nur die männlichen Hormone angeschaut werden, da die die Probleme machen. Das ist so nicht richtig, wie ich aus meinen Recherchen weiß. Und der Test hat gezeigt, dass meine männlichen Hormone völlig normal sind, was ich nicht dachte. Jetzt bin ich so schlau wie vorher.
Das zeigt wieder, dass man Eigenverantwortung übernehmen muss, die Ärzte haben da auch oft keine Zeit, sich damit zu befassen. Man muss auf den Körper hören und auch einfach ausprobieren. Mal schauen, ob man einen Vitaminmangel hat oder ob Omega3-Fettsäuren fehlen…Es gibt so viele Ursachen. Wenn man kurz eine Sache umstellt und dann die nächste, kommt man nicht drauf. Man muss viel Geduld mitbringen. Eine Veränderung geht nicht über Nacht. Es kann auch das Wetter Einfluss nehmen, ob man im Sommer schwitzt oder im Winter trockene Heizungsluft herrscht. Man muss viel testen und länger bei einer Sache bleiben. Jetzt habe ich so langsam meinen Weg gefunden. Aber der passt eben auf mich und nicht unbedingt auf andere.

Was sind denn trotzdem so die wichtigsten Dinge für dich?

Zuerst die Ernährung: mal schauen, was man isst und Milchprodukte, Zucker und Süßigkeiten weglassen. Dann zählt vor allem auch die innere Einstellung: man darf sich nicht nur negativ betrachten. Die Haut sagt einem, dass mit dem Körper was los ist. Man muss ein Stück weit dabei seinen Frieden finden und loslassen. Beim Thema Kosmetik macht es Sinn, seinen Hauttyp bestimmen zu lassen. Zu schauen, was die Haut benötigt. Denn es ist nicht generell gut, Pickel auszutrocknen. Dann lohnt es sich, den Bereich Nahrungsergänzungsmittel anzuschauen. Es gibt hier bei uns denke ich viele Defizite. Zum Beispiel bei Vitamin D3, das nur mit der Sonne gebildet werden kann. Und wenn man sich immer nur im Schatten aufhält, um die Verhornung der Haut zu vermeiden, ist das weder für die Haut noch für das Gemüt gut.

Generell sollte man mit Themen entspannter umgehen. Denn Zwang ist Stress.

Ja genau, man sollte sich Zeit nehmen, es ist mindestens ein Jahresprojekt und man sollte langsam starten.

Zur Darmgesundheit: manchmal ist der Darm auch gar nicht gut aufnahmefähig, auch teilweise durch lange Antibiotikagabe. Hast du da etwas zum Aufbau der Darmflora getan?

Ich habe über drei Monate Probiotika eingenommen, fermentierten Lycheesaft mit Darmbakterienkulturen. Dann mache ich immer mal wieder Saftfasten über 4 bis 5 Tage. Das hat mir gut geholfen, damit wird der Darm entlastet.
Ich bin der Meinung, dass Akne in erster Linie von innen und nicht von außen behandelt werden kann. Auch wenn die Routine von außen wichtig ist.

Bei vielen unterschiedlichen Hautproblemen, die wir hier im Podcast schon besprochen haben, kommen wir immer wieder auf die gleichen Punkte, die zu beachten sind. Es gibt ähnliche Ursachen und Herangehensweisen – das ist schon interessant.

Uns ist der gesunde Lebensstil verloren gegangen, damit meine ich nur die Ernährung. Auch drauf zu schauen: wie geht es mir eigentlich grade, Warum bin ich so gestresst? Alles ist so schnelllebig, dass wir uns dafür keine Zeit mehr nehmen.

Hast du eine bestimmte Pflegestrategie? Kannst du bestimmte Kosmetik empfehlen?

Das Make-Up sollte bei mir nicht austrocknend sein, nicht komedogen, also keine Mitesser verursachend, auf keinen Fall hormonell wirksam – auch das gibt es – und gut deckend. Ich habe kürzlich das Aknegel von Glad Skin entdeckt, das ich gut finde. Es tötet nur die schlechten Bakterien auf der Haut ab, das Hautmikrobiom bleibt im Gleichgewicht. Ich hatte mich kürzlich noch gefragt, warum es denn bei Antibiotika nichts Differenzierendes gibt.

>>> Meine Pflegestrategie für Aknehaut habe ich in die Happy Rühring Naturkosmetik Akademie eingestellt (klick)

Bisher war es nur möglich, auf bestimmte Bakteriengruppen einzuwirken. Ob sie nun pathogen sind oder nicht, ließ sich nicht differenzieren. Sehr interessant, wenn das mittlerweile möglich wäre…

Ich nehme außerdem reichhaltige Cremes und ein Reinigungsöl zum Abschminken. Man sollte nicht mit Peeling bei entzündeten oder offenen Stellen arbeiten.

Hast du Tipps gegen Akne-Narben?

Ich selbst bin davon gar nicht so betroffen. Bei mir sind es eher Pigmentflecken, die ich aber gut abdecken kann. Und die eben einfach zu mir gehören. Eine Behandlung mit Vitamin C hat hier nichts gebracht. Man muss lernen, damit umzugehen. Es muss nicht alles komplett verschwinden, die Haut muss nicht perfekt sein.

Es ist eine Sache von Behandlung und nicht von Pflege. Man sollte sich eine gute Kosmetikerin empfehlen lassen. Die haben viele tolle Möglichkeit zu helfen, zum Beispiel durch Microneedling – aber das auch nur auf heiler Haut, nicht bei akuten Entzündungen.

Du hast auch Fotos von dir mit akuter Akne auf Instagram eingestellt. Wie ist das für dich, dich so zu zeigen?

Früher bin ich nie ohne Make-Up aus dem Haus, da wäre sowas undenkbar gewesen. Man muss sich annehmen und sich fragen, vor was man sich eigentlich schämt. Ich habe von nahestehenden Menschen nie schlechte Resonanz bekommen. Natürlich gibt es Fremde, die meinen, blöde Kommentare geben zu müssen. Aber nicht jeder besitzt Sozialkompetenz. Meine Bilder sollen Mut machen und zeigen, dass die Betroffenen nicht alleine sind. Das hilft, wenn man merkt, dass man nicht isoliert ist.

Du hast einen Online-Shop geplant?

Es sind schöne Papeterie-Dinge wie bestärkende Karten für Betroffenen geplant, aber auch ein paar Dekosachen…

Bietest du auch Beratung an?

Es gibt Anfragen du mein Mann sagt auch, dass ich das machen soll. Aber ich seh mich da noch nicht, denn jeder ist so individuell – da tu ich mir schwer. Aber vielleicht ist das ja in ein paar Monaten anders, mal schauen.

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    Anna’s Blog (und baldiger Shop) www.wundervollchaotisch.de

     

    Unser Video zum Interview:

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