Wundervoller Lavendel | SLOW BEAUTY
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Wundervoller Lavendel

Auch wenn ich schon immer ein großer Lavendel Fan war, so bin ich diesem Kraut seit unserm Frankreich-Urlaub total verfallen. Und auch wenn es nur ein kurzer Abstecher in die Provence war, die riesigen Lavendel-Felder zu sehen und noch besser – zu riechen, war einfach nur ein Traum! Klar, dass ich diesem wunderbaren Gewächs eine Podcastfolge und drei Rezepte widmen muss!

Lavendelfeld in der Provence

Warum ist Lavendel so beliebt? Das ätherische Öl kann bei so vielen unterschiedlichen körperlichen, seelischen aber auch die Haut betreffenden Beschwerden eingesetzt werden wie kaum ein anderes Öl. Als ich bei den DIY Naturkosmetik Tagen die Aromatherapie-Experten gefragt habe, welches Öl sie auswählen würden, wenn sie sich für eines entscheiden müssten, war die einhellige Meinung: Lavendel!

Lavendel Inhaltsstoffe

Die Hauptinhaltsstoffe echten Lavendels sind Hydroxycumarine, Gerbstoffe, Cumarine, Flavonoide, Phenylcarbonsäuren, ätherisches Öl. Das ätherische Öl enthält in erster Linie Linalylacetat (ca. 34%) sowie das Monoterpenol Linalool (ca. 30%).

Welche Lavendel Sorten gibt es?

Es gibt insgesamt über 100 Lavendel Arten! Die bekanntesten sind:

  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Lavandin oder Provence-Lavendel (Lavandula x intermedia)
  • Speik-Lavendel (Lavandula latifolia)
  • Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas)

Wenn wir von Lavendel sprechen, meinen wir Lavendula angustifolia, also „echten“ Lavendel. Denn dies ist der Lavendel mit den bekanntermaßen beruhigenden und antibakteriellen Eigenschaften. Wobei auch unter diesem botanischen Namen weitere unterschiedliche Arten wie der landwirtschaftlich genutzte Lavendel (Lavendel „fein“) und der wilde Berglavendel (Lavendel „extra“) zusammengefasst werden. Hier siehst du ganz links wilden Berglavendel, in der Mitte echter Lavendel und ganz rechts Lavandin. Alle drei Lavendel Arten habe ich in der Provence gefunden.

3 Lavendel Arten aus der Provence

Echter Lavendel und seine Wirkung

Die allgemeine Wirkung von ätherischem Lavendelöl wird unter anderem beschrieben als krampflösend, beruhigend, entzündungshemmend, wundheilend, schmerzstillend, antimykotisch (gegen Pilze wirkend), antibakteriell

Als besondere Wirkungsweise auf die Haut werde seine beruhigenden, regenerierenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften herausgestellt. Lavendel wird eigesetzt bei kleinen Wunden, Verbrennungen, Sonnenbrand und Insektenstichen, aber auch als Deo und für Fußpflegeprodukte ist es sehr beliebt.

Die Wirkung auf die Psyche (durch Inhalation) ist beruhigend, er fördert das Einschlafen, Schmerzen werden als weniger stark empfunden und deshalb wird er unter anderem in der Schmerztherapie und bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

>> Achtung: Lavandin ist eine Kreuzung aus Lavandula angustifolia und

Lavandula latifolia und kann aufgrund seiner anderen Inhaltsstoffe eine gegensätzliche Wirkung haben: anstatt zu beruhigen, kann er anregen!

Lavendelöl verwenden:

Dazu müssen wir zunächst einmal klären, was denn mit Lavendelöl überhaupt gemeint ist. Denn Lavendelöl wird sowohl ein Mazerat als auch ein ätherisches Öl bezeichnet. Bei einem Mazerat handelt es ich um einen Ölauszug. Dazu werden frische oder getrocknete Lavendelblüten mit einem Trägeröl oder Basisöl übergossen und mehrere Wochen stehen gelassen. Nach der Auszugszeit werden die Pflanzenteile abgefiltert und das Öl kann zu Salbe oder in Kosmetik Produkten weiterverarbeitet werden. Die fettlöslichen Bestandteile der Pflanze sind somit in das fette Öl übergegangen. Ätherisches Lavendelöl wird hingegen mit Hilfe einer Destille per Wasserdampfdestillation hergestellt.

Die Qualität von ätherischem Lavendelöl

Wie bei allen ätherischen Ölen erkennt man ein gutes ätherisches Öl bereits am Etikett. Je genauer die Angaben, desto wertvoller ist der Inhalt. Es ist wichtig zu verstehen, dass die ätherischen Öle einer Pflanze aus flüchtigen Stoffen bestehen, die anteilsmäßig sehr stark variieren können. Viele unterschiedliche Faktoren spielen bei der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe eines Öls eine Rolle wie Bodenbeschaffenheit, Standort, Anbauart (bio?), Ernte (Wildsammlung?), verwendeter Pflanzenteil (Kraut, Rinde, Frucht, Blüte, Samen, Wurzel) etc. Ist jedoch nur der botanische Name angegeben, werden wahrscheinlich Öle aus unterschiedlichen Regionen und Anbaugebieten miteinander vermischt und die Qualität damit auch entsprechend verwässert.

Therapeutische Qualität als Qualitätsmerkmal?

Der Begriff „therapeutische Qualität“ ist kein geschützter oder reglementierter Begriff und damit nicht aussagekräftig. Weshalb einige Anbieter diese Begrifflichkeit dennoch verwenden wird wohl in den Bereich „Marketing“ fallen.

 

Tatsächlich werden ätherische Öle in 3 Qualitätskategorien unterteilt:

  1. Bedarfsprodukt: Zugelassen für die Verwendung in der Duftlampe, hier müssen die Kriterien der Kosmetikverordnung auch hinsichtlich der Deklarationspflicht nicht erfüllt werden. Die Produkte dürfen nicht mit Haut- und oder Schleimhäuten in Kontakt kommen.
  2. Kosmetisches Produkt: Hier gilt die Kosmetikverordnung, die genaue Anwendung und insbesondere das Verdünnungsverhältnis müssen auf der Verpackung angegeben werden, ebenso die deklarationspflichtigen Inhaltsstoffe und Allergene in den INCI. Bei echtem Lavendel lauten die INCI demnach Lavandula Angustifolia (Lavender) Oil, Geraniol, Limonene, Linalool. Die letzten drei sind die enthaltenen Allergene
  3. Lebensmittel: Hier werden die strengsten Kontrollen zugrunde gelegt, sie müssen die Kriterien der Lebensmittelherstellung erfüllen.

 >> Tipp: Primavera hat eine eigene Marke für ätherische Öle in Lebensmittelqualität ins Leben gerufen, namens Vegaroma. Die Öle sind hier wahrscheinlich in der gleichen Qualität wie bei der kosmetischen Primavera Marke, bei Vegaroma sind sie jedoch günstiger, da hier der niedrigere Mehrwertsteuersatz angesetzt wird.

Die Qualität des ätherischen Lavendelöls kann natürlich auch noch nach der Art des Anbaus unterteilt werden. Kontrolliert biologischer Anbau, Wildsammlung oder Demeter Qualität zeugen von besonders hochwertigen Ölen, da der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln die sich als Rückstände im ätherischen Lavendelöl befinden können dort verboten beziehungsweise bei der Wildsamlung nicht möglich ist.

Grundsätzlich solltest du nur ätherische Öle kaufen, die mindestens folgende Informationen auf dem Etikett enthalten:

  • 100% naturreines ätherisches Öl
  • Name des Duftes und eventuell die Verdünnung
  • Bontaischer Name
  • Gewinnungsart (z.B. Kaltpressung wie bei den Zitrusölen, Wasserdampfdestillation, Absolue, etc.)
  • Verwendete Pflanzenteile (Blüte, Kraut, Rindte, etc.)
  • Herkunft
  • Verdünnungsverhältnis
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (oder Haltbarkeit nach dem Öffnen)
  • INCI Name und Angabe der Allergere (falls vorhanden)

Ätherisches Lavendelöl sicher anwenden

Als ätherisches Öl darf es ausnahmsweise auch einmal für eine Notfallanwendung unverdünnt auf die Haut. Aufgrund des Gehalts an allergenem Linalool, Geraniol und Limonene sollte es jedoch nur mit äußerster Vorsicht und gut verdünnt bei Kleinkindern und Schwangeren angewendet und innerhalb von 18 Monaten verbraucht werden. Ätherische Öle sollten dunkel und kühl (nicht kalt!) gelagert und nach dem Öffnen immer sofort wieder mit dem Deckel verschlossen werden.

Grundsätzlich ist es bei hoch konzentrierten Pflanzenstoffen wie ätherischen Ölen jedoch sehr zu empfehlen, diese vor Anwendung zu verdünnen. Wie du ätherische Öle sicher verwendest und welche Grundlagen du unbedingt beherrschen solltest lernst du in der Happy Rühring Naturkosmetik Akademie www.happy-ruehring.de/akademie

Primavera empfiehlt bei Lavendel fein: „Punktuell 1 Tropfen pur auf die Haut oder max. 12 Tropfen in 50 ml PRIMAVERA Mandelöl bio mischen.“ (Quelle: https://www.primaveralife.com/lavendel-fein-bio.html)

 

Lavendel schneiden und trocknen

Du kannst Lavendel auch selbst im Garten anbauen oder sogar im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse. Ich empfehle den Lavendel Ende Juli zu schneiden. Der Strauch braucht jedes Jahr einen recht resoluten Rückschnitt, da er sonst verkahlt.  Du kannst die abgeschnittenen Blüten mit einem Küchengummi zu einem Sträußchen binden und dieses mindestens 4 Tage zum Trocknen aufhängen. Dann kannst du ihn weiterverarbeiten

Lavendel trocknen als Strauß

Weitere Anwendungen von Lavendel

Neben dem bekannten Duftsäckchen gegen Motten aus Oma’s Zeiten ist wohl die Wasserdampfdestillation die am weitesten verbreitete Verarbeitungsmethode von Lavendel.

Darüber hinaus kannst du aus Lavendel zu Hause selbst auch einen Ölauszug (Mazerat) eine Tinktur oder einen wässrig-alkoholischen Auszug herstellen und für deine selbst gemachte Kosmetik verwenden. Die unterschiedlichen Arten der Herstellung von Pflanzenextrakten lernst du in der Happy Rühring Naturkosmetik Akademie.

Oder du pulverisierst es einfach und machst daraus eine beruhigende und antibakterielle Gesichtsmaske.

 

Lavendel Rezepte

 

Lavendel Maske selber machen

Eine Lavendel-Maske ist geeignet für schnell fettende oder unreine Haut oder Hautpartien mit einer Neigung zu Komedonen (Mitessern)

 

Für 100g Lavendel Maske brauchst du

20g Blüten vom echten Lavendel (getrocknet)

40g Haferflocken, zart (beruhigt die Haut, stillt Juckreiz und versorgt die Haut mit Haferöl)

40g Tonerde (ich habe weiße und violette Tonerde verwendet) klärt porentief

 

Sowie ca. 30g Lavendelhydrolat

 

Herstellung:

  • Lavendelblüten und Haferflocken fein mahlen (zum Beispiel mit einem Grinder, oder einer entsprechenden Küchenmaschine)
  • Mit der Tonerde vermischen (ich verwende dazu den Wischeraufsatz meines Glasrührstabs) und in ein Schraubglas füllen und verschließen.

Anwendung: Die Maske wird frisch angerührt. Dazu gebe ich 30g der trockenen Zutaten in eine Schüssel und vermische diese mithilfe eines Maskenpinsels mit ca. 10g Lavendelhydrolat. Die Maske mit dem Pinsel messerrückendick auf das gründlich gereinigte Gesicht und Dekolleté auftragen und komplett trocknen lassen. Alternativ kann man auch nur die schnell fettenden Hautpartien wie die T-Zone, also Stirn, Nase und Kinn behandeln. Nach dem Antrocknen die Maske mit einem feuchten warmen Waschlappen abnehmen und eine Tagescreme oder abends entsprechend die Nachtpflege auftragen.

 

reinigende beruhigende Lavendel-Maske

 

 Beruhigendes Baby Massageöl mit ätherischem Lavendelöl

Um ein beruhigendes Baby Massageöl herzustellen, mischst du einfach

100ml Bio Mandelöl mit

2 Tropfen Lavendel ätherisches Öl fein

Gib das Öl in eine Braunglasflasche und verbrauche es innerhalb von 6 Monaten

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind auch ess- und trinkbar wie Lavendelhonig oder Lavendelsirup. Auch das musste ich gleich mal ausprobieren:

 

Lavendel Sirup selber machen

 

400g Zucker

400g Wasser zusammen aufkochen, bis der Zucker aufgelöst ist

1,5 Handvoll frische Lavendelblüten oder 4 Esslöffel getrocknete Lavendelblüten dazu geben

Saft einer Zitrone dazugeben

Alles über Nacht ziehen lassen. Abseihen und noch einmal kurz aufkochen und heiß in eine saubere ausgespülte Glasflasche füllen.

 

Schmeckt herrlich im Sekt oder einem Glas kaltem Wasser.

Lavendelsirup
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    2 Kommentare

    1. Lieben Dank fuer den Bericht und die Rezepte.
      Ich habe 2 Fragen zur Maske.
      a) Das Rezept kann man wohl auch mit anderen Kräutern, z.B.getrocknete Pfefferminze oder Rose anwenden?
      b) Wenn ich kein Hydrolat habe, dann verwende ich einfach Wasser, oder?

      Antworten
      • Hallo Angelique,

        ja, das ist natürlich beides möglich!

        Liebste Grüße
        Martina

        Antworten

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