Periorale Dermatitis: Hautpflege, Ernährung, Make Up | SLOW BEAUTY
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Periorale Dermatitis – was hilft?

 

Rund 1% der Deutschen leiden an der chronischen Hauterkrankung periorale Dermatitis. Und sie ist in der westlichen Gesellschaft auf dem Vormarsch. Ich selbst wusste viele Jahre lang gar nicht, was mich da im Gesicht plagt. Das Ekzem war immer mal wieder verschwunden, kam dann aber wie aus dem Nichts zurück. Welchen Weg ich gefunden habe, mit dieser Hautkrankheit umzugehen und meine Erkenntnisse aus rund 7 Jahren periorale Dermatitis habe ich in diesem Blogpost zusammengefasst.  Ach, und zur Info: Seit 2,5 Jahren bin ich POD frei.

 

Wie meine periorale Dermatitis Geschichte begann

Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht so recht erinnern, wie und wann es tatsächlich los ging. Vor circa 8 Jahren hat mich allerdings eine Beraterin eines bekannten Kosmetik Direktvertriebs auf mein Problem direkt angesprochen und mir eine Pflegeserie empfohlen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das rote juckende Ekzem neben der Nase schon eine ganze Weile. Ich bin jetzt keine Person, die sich in erster Linie über ihr Äußeres definiert. Und so hoffte ich, was von selbst gekommen ist wird auch von selbst wieder gehen. Dem war nicht so, ich hatte jedoch auch keine Lust monatelang auf einen Hautarzttermin zu warten. Dabei sah ich wirklich schlimm aus. Ich hatte nicht nur Ausschläge um Nase und Mund, es ging sogar noch am Auge los. Hätte ich damals schon gewusst, dass ich irgendwann einmal einen Blogbeitrag zum Thema schreiben würde, hätte ich ein Foto gemacht. Ich wollte mich aber viel lieber verstecken… Und so kam mir die freundliche Beraterin doch wie gerufen. Brav befolgte ich alle Anweisungen und nutzte täglich meine neue Pflegeserie. Und siehe da, nach ein paar Wochen waren alle Pustel und Flecken verschwunden. Toll, dachte ich und war über Monate eine treue Kundin. Bis ich irgendwann dachte „das teure Zeug brauchst Du nicht mehr“ und die Pflege absetzte. Wer schon einmal Bekanntschaft mit perioraler Dermatitis (POD) gemacht hat weiß, was jetzt kommt: Zack war sie wieder da, schlimmer als zuvor. Aber jetzt erst mal eins nach dem anderen.

Was ist periorale Dermatitis?

Periorale Dermatitis ist eine Hautkrankheit, die meist um den Mund herum oder in der Nasolabialfalte beginnt. Sie ist nicht ansteckend und es können keine bestimmten Keime als Auslöser zugeordnet werden. Charakteristisch ist ein heller Rand, der um die Lippen herum frei bleibt, der also keine Entzündungsherde aufweist. Auch an den Augen können sich Herde zeigen. Gerötete Flecken können in Pusteln (Knötchen) und Papeln (Eiterbläschen) über gehen, es können sich Schuppen und Krusten zeigen. Die betroffenen Stellen können spannen, jucken und sogar nässen.

Die periorale Dermatitis wird auch als Mundrose oder Stewardessenkrankheit bezeichnet. Meist sind Frauen jungen oder mittleren Alters betroffen, häufig Damen, die sich umfassend pflegen und auch schminken. Es gibt aber auch betroffene Männer und Kinder.

Die periorale Dermatitis verschwindet selten von allein, möglich ist das aber. Sie kann jedoch jederzeit wieder auftauchen 🙁

Durch was wird periorale Dermatitis ausgelöst?

Die Ursachen sind noch nicht 100%ig geklärt. Es jedoch klar, dass cortisonhaltige Cremes das Krankheitsbild zunächst innerhalb kürzester Zeit massiv verbessert, nach Absetzten tritt der Ausschlag allerdings umso schlimmer auf.

Bei der perioralen Dermatitis ist die Hautbarriere gestört. Wasser verdunstet schneller, wodurch die Haut trocken wird. Dadurch können fremde Keime in die Haut eindringen und Entzündungsreaktionen mit den oben genannten Erscheinungsformen verursachen. Ärzte vermuten eine übertriebene Pflege und Durchfeuchtung der Haut als Ursache. Tatsächlich entsteht dies aber viel mehr durch unpassende Fette als durch Feuchtigkeitscremes.

Kostenloses Beratungsgespräch

Du leidest selbst unter perioraler Dermatitis und weißt gar nicht mehr, was du jetzt glauben oder tun sollst? Das kann ich sehr gut verstehen, denn mir ging es genauso. Wenn du wissen möchtest was mir geholfen hat, dann melde dich hier an für ein kostenloses Beratungsgespräch. Im Vorgespräch schauen wir, ob und wie ich dir helfen kann und dann vereinbaren wir einen Termin für dein 60minütiges Beratungsgespräch.

Meine persönlichen Auslöser

Zurück zu meiner Geschichte. Zwar hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich die Mechanismen meiner Haut lesen und verstehen konnte. Doch heute ist mir so einiges klar. Ich neige seit jeher eigentlich schon zu trockene Haut. Bis auf die drei Monate Pubertät, versteht sich (ähüm ;-)). Daher kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, dass Feuchtigkeitscremes zu meinem Problem geführt haben. Mit Sicherheit hat ein Inhaltsstoff aus der Pflegeserie aus dem Direktvertrieb meine POD erst einmal beruhigt. Und das war eindeutig Mineralöl. Das aus Erdöl gewonnene „Paraffinum Liquidum“ (so lautet einer der INCI-Namen von Mineralöl) schützt nämlich die oberste Hautschicht, indem es diese mit einem undurchdringlichen Fettfilm überzieht. Die Haut ist zunächst geschützt und „abgedichtet“. Mineralöl lässt sich auch relativ schwer von der Haut entfernen, es bleibt also immer etwas von der schützenden Schicht auf der Haut. Dieser sogenannte Okklusiveffekt (Bildung einer wasserundurchlässigen Schicht, hier die Wikipedia Erläuterung) sorgt dafür, dass die Haut darunter aufquillt, da diese vom Körperinneren mit Wasserdampf versorgt wird. Ein gewisser transepidermaler Wasserverlust (TEWL) ist nämlich unheimlich wichtig für viele Haut- und Stoffwechselfunktionen. Fällt diese Schutzschicht nun weg, trocknet die Haut schneller aus als zuvor. Sie hat quasi verlernt, ihren TWL selbst zu regeln.

Periorale Dermatitis und Naturkosmetik

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb die Umstellung von konventioneller Kosmetik auf Naturkosmetik häufig so schwer fällt. So lange die Haut mit der schützenden Schicht bedeckt  ist, ist alles gut. Aber wehe, diese fällt weg, dann wird die Haut schell super trocken. In der Naturkosmetik werden keine Mineralöle verwendet. Pflanzenfette können hingegen tiefer in die Hornschicht eindringen und die eigenen Hautfette unterstützen. Sie können zwar auch einen gewissen Okklusiveffekt haben, wie bei Sheabutter beispielsweise. Die Haut ist aber nicht komplett abgedichtet, sondern erfährt einfach einen verlangsamten transepidermalen Wasserverlust.

Naturkosmetik ist jedoch bei perioraler Dermatitis nicht das Mittel der Wahl, da viele natürliche Rohstoffe die Haut zu sehr reizen.

Was passiert im Winter

Auch wenn ich meine periorale Dermatitis derzeit ganz gut im Griff habe, so sagt sie doch im späten Herbst immer mal Hallo. Das heißt, normale Temperaturen schafft meine Hautbarriere inzwischen ganz gut. Jetzt kommt in der kalten Jahreszeit das verstärkte Naseputzen hinzu, die Haut wird mechanisch stark belastet. Der ständige Wechsel zwischen kalter Luft und trockener Heizungsluft trocknet die Haut zusätzlich aus. Hier ist die richtige Pflege und der Schutz durch die richtige (!) Wind und Wetter Creme von größter Bedeutung. Dazu später mehr.

 Periorale Dermatitis - Mein Leidens- und Erfolgsweg

Die Haut ist der Spiegel der Seele

Abgedroschen, dachte ich noch vor einigen Wochen. Es war Ende Januar, meine POD war gerade auf einen kaum erkennbaren dunkelrosa Fleck geschrumpft. Und ich verabschiedete mich innerlich schon bis zum nächsten November. Dann gab es einen riesen Streit im Freundeskreis, der mich emotional mehr belastete als ich mir eingestand. Und siehe da, die periorale Dermatitis kam mit (na fast) voller Wucht zurück. Die Bilder entstanden übrigens kurz nach dem großen Aufreger. Was soll ich sagen, unser Seelenzustand beeinflusst unsere Haut und auch den gesamten Organismus immens!

Zusammenfassung möglicher Ursachen für periorale Dermatitis

Nachfolgend habe ich eine Liste der für mich wichtigsten möglichen Ursachen für POD zusammengestellt. Ich bin zwar NUR Kosmetikerin und keine Dermatologin, die Ursachen habe ich jedoch aus eigener Erfahrungen und auch von anderen Betroffenen gesammelt:

  • Verwendung von kortisonhaltigen Cremes oder Salben
  • Verwendung okkusiver Hautpflegeprodukte, Make-Ups und Sonnenschutzmitteln insbesondere mit Mineralöl
  • Mechanische Reizung zum Beispiel durch häufiges Naseputzen
  • Falsche Hauttpflege (zu heftiges Peeling, zu wenig Fett- oder Feuchtigkeit)
  • Empflindliche Haut die zusätzlich gereizt wird
  • Störung des Säureschutzmantels durch Verwendung alkalischer Reinigungs- (Seife) oder Pflegeprodukte (Basenkosmetik)
  • Trockenes Raumklima, Heizungsluft, Klimaanlage, usw.
  • Seelische Auslöser wie Stress
  • Darmprobleme
  • Möglicherweise sogar Zahnpasta

Wie ich gegen meine periorale Dermatitis vorgegangen bin

Eins vorweg: Was ich gemacht habe, ist nicht zu empfehlen! Wer glaubt, an POD zu leiden, sollte schleunigst einen Hautarzt aufsuchen!

Ich war jedoch zu jener Zeit gerade etwas auf Krawall gebürstet, was mein Verhältnis zu Ärzten und zur Kosmetikindustrie anging. Und so begann ich zu experimentieren und nahm billigend in Kauf, dass es auch ein böses Ende hätte nehmen könnte: Ich begann,  meine Hautpflege selber zu machen. Bevor du auf die Idee kommst, das genauso zu machen, lass uns telefonieren!!!! Hier findest du eine Liste an Terminen für ein Vorgespräch in dem wir kurz prüfen, ob und wie ich dir helfen kann: https://calendly.com/martinagraef/vorgespraech 

Nulldiät bei perioraler Dermatitis

Empfohlen wird bei der Diagnose periorale Dermatitis häufig eine Art Nulldiät für die Haut, also auf jegliche Pflege- und Make-Up Produkte zu verzichten. Damit setzt man die Haut auf kalten Entzug. Sie bekommt von jetzt auf gleich ihre schützende Schicht entzogen und wird in ihrer Tätigkeit keinerlei unterstützt. Die Hautbarriere ist sozusagen nicht vorhanden. Die sonst eng miteinander verbundenen Hornzellen öffnen ihre Pforten. Keime dringen ein und siedeln sich an. Diese sind dann oft für die nicht so schönen „Hautblüten“ verantwortlich. Ich hab es natürlich probiert, es war gruselig. Meine eh schon trockene Haut spannte und juckte, tat sogar tierisch weh. Auch die empfohlenen Waschungen mit schwarzem Tee verschlimmerten die Trockenheit. Obwohl sich die Haut tatsächlich etwas beruhigte. Weil ich das Spannen und die Trockenheit nicht ausgehalten habe, habe ich dann begonnen mir meine optimale Hautpflege herzustellen. Wenn du lernen möchtest, wie du deine eigene indicviduelle Hautpflege herstellst, dann lass uns telefonieren: https://calendly.com/martinagraef/vorgespraech 

Ernährung bei perioraler Dermatitis

Wie sollte man sich bei perioraler Dermatitis ernähren? Ich kann dir empfehlen, ganz breite gesundheitliche Tests durchzuführen. Diese wirst du wahrscheinlich nicht bei deinem Hausarzt bekommen. Wenn du hierzu einen Tipp benötigst, kann dir das gerne eine Empfhelung im persönlichen Gespräch geben. Das Ernährungsthema ist tatsächlich zu individuell, um pauschale Tipps zu geben. Wichtig ist: Unverträglichkeiten und Allergien sollten bekannt sein und die entsprechenden Lebensmittel gemieden werden.

Ist selbstgemachte Kosmetik grundsätzlich besser als gekaufte?

Nein, das kann man so nicht sagen. Zunächst sollte natürlich der Rat des Arztes befolgt werden. Unterstützend ist eine gute barriereschützende Pflege natürlich zu empfehlen. Möchte man es selber machen, so braucht man doch schon ein ganz ordentliches Wissen. Zu Beginn habe ich beispielsweise den Fehler gemacht und habe nicht ausreichend auf Sauberkeit und Konservierung geachtet. Nicht die Konservierungsstoffe waren das Problem, sondern verkeimte selbstgerührte Produkte. Gerade wenn die Hautbarriere schon gestört ist, ein schwerwiegender Fehler.

Wie pfelge ich meine Haut heute?

Da ich keinerlei Probleme mehr mit meiner Haut habe, verwende ich gerne tolle pflanzliche Wirkstoffe die durchaus auch regenerieren, straffen und die Durchblutung steigern. Genau das alles solltest du bei POD nicht machen! Da ist es ganz wichtig die Haut zu beruhigen und die Hautbarriere zu unterstützen. Mit meinen Klientinnen (90% der POD betroffenen sind Frauen) erarbeite ich eigene Rezepturen, die dem Stand des perioralen Dermatis Schubs angepasst sind. Und von dieser Basisstufe wird die Hautpflege über mehrere Stufen aufgebaut.